Mittwoch, 14. Januar 2009

Die Entdeckung der Langsamkeit

Man kann sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass man Langsamkeit am besten erfährt, wenn man ein Softwareprojekt realisiert und ständig auf die Ergebnisse der Entwickler wartet. Das ist gefühlte Langsamkeit, gelebte Langsamkeit, auf jeden Fall sehr langsame Langsamkeit.

Management dagegen - und speziell die für den Erfolg verantwortlichen Marktleute - sind schnell. Überaus schnell. Da wird von einer Software Entwicklungs- und Vertriebsfirma über Monate hinaus ein Vokabular ersonnen, in dem alle sinnvollen Worte durch das Subjekt "Customer" ersetzt werden. Und kaum ist dieses sisyphoeske Gewaltaufgabe bewältigt, gibt man das altbekannte Motto aus: Sch... auf Kunde, 20% Wachstum, fertig.

Zwischen langsam und schnell gibt es noch eine dritte Dimension: die heißt "immer falsch" und betrifft alles was mit Hardware zu tun hat. Manchmal zu schnell (mit Ankündigungen, Vorverkauf, Qualitätssicherung etc.), immer zu langsam (von wegen Lieferung) und auf jeden Fall nie so wie der Kunde es will - nämlich gestern, noch billiger und in silber, wenn nur schwarz lieferbar. Und hat man dann mal ein Produkt, was läuft, nimmt der Hersteller es aus dem Programm. Oder kündigt es durch einen Nachfolger ab. Oder vergisst schlicht und einfach sich zu melden - schließlich gibt es doch soo viele Vertriebsmitarbeiter - warum müsse ausgerechent er sich jetzt um die Bestellung kümmern.

Ich liebe die IT-Branche :-)

Und freue mich, post-"feriem" erneut auf Spiele, Portale, Gadgets und andere Vergnügungen unserer Zeit stürzen zu können.

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