Donnerstag, 4. März 2010

Wanderatlas erhält Gründerpreis Multimedia

Gestern war ich mal wieder auf der CeBIT. Anders als früher, hatten Mayte und ich diesmal aber nur einen einzigen Termin: Die Übergabe der Preise der letzten Runde des Gründerwettbewerbs "Mit Multimedia erfolgreich starten", den das Bundeswirtschaftsministerium ausrichtet. Bei Schnittchen und Sekt konnten wir die von Minister Brüderle unterzeichnete Urkunde abholen. Grund genug, heute mal wieder die Presse anzuschreiben und über diesen schönen Umstand zu informieren.

Den Originalton der Presseinformation anbei:

GPS Wanderatlas ausgezeichnet

Unternehmen aus dem Kreis Limburg-Weilburg zählt zu den Preisträgern des Gründungswettbewerbs Multimedia


(Beselich, 4. März 2010)

Der in Beselich (Kreis Limburg-Weilburg) entwickelte Wanderatlas Deutschland wurde während der CeBIT vom Bundeswirtschaftsministerium, dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Verband Elektrotechnik (VDE) mit dem deutschen Gründerpreis Multimedia ausgezeichnet.

Im Rahmen der Festveranstaltung überreichte Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, am Mittwoch (3.3.2010) die Preise für die besten Multimedia-Gründungen Deutschlands. Zu den Preisträgern zählt der Wanderatlas Deutschland. Der Wanderatlas veröffentlicht auf der Internetseite www.ich-geh-wandern.de Informationen für Tagesausflüge und Wander-Tipps, die direkt als GPS-Daten für digitale Navigationsgeräte eingelesen werden werden können.

Der Wanderatlas Deutschland wurde von Heiko Rutenbeck und Dr. Thomas Becker aus Beselich bei Limburg ins Leben gerufen. Grund für die Auszeichnung mit dem Bundespreis ist die Kombination aus fundierter Marktanalyse, genau zugeschnittenem Produktangebot und tragfähigem Geschäftsmodell.

Wandern klingt angestaubt, ist aber tatsächlich durch alle Altersgruppen hinweg eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Über 37 Mio. Deutsche im Alter über 14 Jahren geben an, gelegentlich zu wandern. Damit ist Wandern der Wellness-Trend schlechthin. Kein Wunder, denn beim Wandern erlebt man Stille und Natur, tankt Frischluft und – viele wissen es nicht – verbrennt genauso viele Kalorien wie beim Joggen.

Von den 37 Mio. Wanderern sind gut 600.000 in Vereinen organisiert. Der Großteil der Wanderer aber geht außerhalb von Gruppen oder Wandertagen in die Natur. Und fast immer sind es Tagesausflüge, die kurzfristig – abhängig von Wetter und Stimmung – geplant werden.

Insgesamt 1,3 Milliarden solcher Tagesausflüge haben die Deutschen 2007 unternommen und dabei über € 30 Mrd. für Essen, Trinken, Eintrittskarten etc. ausgeben. Rund € 12 Mrd. flossen dabei allein in die Gastronomie vor Ort.

Wanderer, die einen Tagesausflug unternehmen, interessieren sich für Wanderziele in ihrer Umgebung, also in einem Umkreis, der sich mit einer maximal einstündigen Autofahrt erreichen lässt. Da sie meistens mit dem Auto anreisen, werden vor allem Rundwanderwege mit einer Länge bis zu 15km gesucht. Und für die Entscheidung, welches Ziel tatsächlich angesteuert wird, ist es erheblich, dass neben der eigentlichen Wanderung auch noch Sehenswürdigkeiten im weitesten Sinne mit in den Ausflug eingebunden werden können.

Genau aus diesen Gründen arbeitet das Team vom Wanderatlas Deutschland touristische Regionen sehr feingliedrig auf. So wurden alleine in der Pilotregion Westerwald – eine Mittelgebirgslandschaft zwischen den Flüssen Rhein, Lahn, Sieg und Dill im Einzugsgebiet der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – einzelne Ortsinformationen im Umfang von 500 DIN A 4 Seiten Text recherchiert. Im Ergebnis heißt das: Egal wo man in den Westerwald hinfährt, erfährt man im Vorfeld, was es Sehenswertes an der Strecke gibt und ob sich ein Ausflug lohnt.

Um einen Ausflug kurzfristig zu planen, ist es notwendig, das man alle relevanten Informationen sofort erhält. Deshalb ist der Wanderatlas Deutschland mit einer topographischen Landkarte ausgestattet, in die alle Wanderungen auch in Form von GPS-Daten eingetragen sind. So lässt sich die Wanderung direkt auf ein mobiles Navigationsgerät übertragen und man ist unabhängig von gedruckten Wanderkarten.

Speziell diese durchgängige GPS-Unterstützung ist für die beiden Gründer von erheblicher Bedeutung: „Wenn man am Donnerstag-nachmittag überlegt, am kommenden Wochenende ins Grüne zu fahren, reicht die Zeit nicht, um sich beim Touristikbüro einer Gemeinde auf dem Postweg eine Wanderkarte zu bestellen. Ohne GPS geht in Zukunft nichts mehr“, erläutert Dr. Thomas Becker von der Wanderatlas-Redaktion.

Schon heute gibt es über eine Million Wanderer, die mit GPS-Gerät und digitalen Karten wandern. Die Nutzung dieser Technologie verbreitet sich extrem schnell, werden doch mittlerweile neue Mobiltelefone fast standardmäßig mit GPS-Empfängern ausgestattet. Man schätzt, dass bis 2013 über 20 Mio. solcher GPS-fähigen Mobiltelefone in Deutschland verfügbar sein werden. Aktuell sind z.B. allein 3,4 Mio. Apple iPhones mit GPS-Empfang über T-Mobile in Deutschland ausgeliefert worden.

Der offizielle Start des Wanderatlas Deutschland ist für April 2010 geplant. Schon jetzt kann man sich auf www.ich-geh-wandern.de die Pilotregion Westerwald und die dort veröffentlichten Wanderungen – bislang 140 Stück – anschauen und nutzen.

Da viele Ortsansässige in ihrem direkten Umfeld schöne Strecken kennen, ist der Wanderatlas Deutschland als „Mitmach-System“ angelegt. Neben der Redaktion können auch alle Leser Wanderungen im Wanderatlas als GPS-Route mit Tourenbeschreibung und Bildern veröffentlichen. Dieses Wikipedia-Prinzip soll helfen, viele lokale Wanderungen mit einzubeziehen und so für Ausflugswillige ein großes Maß an Alternativen anzubieten.

Die letzten zwölf Monate nutzten die Gründer, um das technische System aufzubauen und einen ersten Bestand an Inhalten zu erstellen. Mit dem Start im April verfügt der Wanderatlas Deutschland über eine erste abgeschlossene Region und baut ab dann das Angebot sukzessive weiter aus.

Die nächsten Zielgebiete sind das Siegerland und das Sauerland sowie das Lahn-Dill-Bergland und der Taunus. Mit diesen rechtsrheinischen Regionen wird ein Zielpublikum von rund 20 Mio. Wanderern angesprochen, die in den Metropolregion Rhein-Ruhr und Rhein-Main leben.

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