Dienstag, 13. November 2012

Erfahrungsberichte von der Bewerber-Front

Bewerber-Front
http://www.bewerber-front.blogspot.de/
Neues von der Bewerber-Front: Das ist das Thema, zu dem wir in einer Übungsredaktion an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw derzeit unter der Adresse bewerber-front.blogspot.de ein Blog aufsetzen. Bewerbungen sind speziell für Studierende Tagesgeschäft. Man muss sich für den Studienplatz bewerben, man bewirbt sich für Praktikumsplätze. Bewerbung für Volontariate, Bewerbung für Masterstudium und natürlich die entscheidenden Bewerbungen: die Bewerbung für den Job.

Was bei einer Bewerbung alles schief laufen kann und wie die Erfahrungen von Bewerbern mit Personalern sind, das ist das Spannungsfeld, mit dem sich das neue Bewerbungsblog bewerber-front auseinandersetzt.

Die beiden Initiatoren des Bewerber-Blogs sind Anja Bertele und Alexander Ott, Masterstudenten im Studiengang Verbraucher- und Wirtschaftsjournalismus an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien. Nach Erfahrungen im Print-Journalismus (siehe „48 Stunden in Calw“) und TV-Journalismus (im Bereich Dokutainment) haben die beiden Studierenden für die Erfahrung im Online-Journalismus das Thema Bewerbung ausgesucht – u.a. weil beide selbst derzeit interessante Erfahrungen an der Bewerber-Front machen.

Nach erster Recherche stellte sich schnell heraus, dass es im Netz zwei große Gruppen von redaktionellen Seiten zu Bewerbung und Bewerbungsverfahren gibt: Auf der einen Seite die Tipps und Tricks, sogenannte How-Tos. Auf der anderen Seiten Erfahrungsberichte von Personalern über Bewerber – meist unter dem Aspekt der Fehler, die Bewerber bei Bewerbungen machen.

Was bislang nur am Rande thematisiert ist, sind umgekehrt die Erfahrungen der Bewerber mit den Personalern. Anders, als mein gemeinhin vermutet, sind nämlich lange nicht alle Personaler Profis und man erlebt als Bewerber bei der Jobsuche viele Dinge – von unverständlich über lustig bis frech.

Auf Basis dieser Grundidee entstand das Konzept für das Blog bewerber-front. Der Slogan der Seite bringt den journalistischen Anspruch der bewerber-front auf den Punt: Wie Personaler Bewerber ausbremsen. Da gibt es ausgeschriebene Stellen, auf die man sich bewirbt und dann vom Personaler erfährt, dass die Stelle längst besetzt ist. Da gibt es Stellen, auf die man sich mit zwei Jahren Vorlauf bewerben muss – und dann als Bewerber aber ein Höchstmaß an Flexibilität mitbringen soll. Da gibt es Zusagen, innerhalb von zwei Wochen Feedback zu geben und nach zwei Monaten hat man immer noch nichts gehört.

Man gewinnt manchmal den Eindruck, dass der Personalbereich der einzige Funktionsbereich in Unternehmen ist, an dem alle Spuren von Professionalisierung in den letzten Jahrzehnten vorbeigegangen sind. Anders lässt es sich nicht erklären, das in dem viel beschworenen War for talents Personaler jegliches Maß an Professionalität vermissen lassen. Getreu dem Motto: Solange ich den Bewerber nicht brauche, kann ich ihn schlecht behandeln.

Dabei wissen nicht nur Marktexperten, dass so etwas wie Employer Branding immer wichtiger wird, denn man positioniert sein Unternehmen als Arbeitgeber im Bewusstsein möglicher Bewerber. Wenn es dann zu einem Bewerbungsverfahren kommt und der potenzielle Arbeitgeber nicht in der Lage ist, Terminzusagen einzuhalten, für einen professionellen Kommunikationsfluss zu sorgen bzw. auch auf individuelle Aspekte einzugehen, ist dieser Arbeitgeber langfristig „verbrannt“.

Bewerber auf der Suche nach einem Job haben Einiges zu berichten. Erste Erfahrungen schildern Anja Bertele und Alexander Ott in dem neuen Bewerbungsblog bewerber-front. Dabei soll es aber nicht bleiben. Die bewerber-front soll möglicherweise dauerhaft betrieben werden, um auch nachfolgenden Generationen von Studierenden ein Forum zu bieten, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Erfahrungen anderer Bewerber abgleichen können.

Wie bei Blogs üblich, soll die bewerber-front daher mittelfristig von einem freien Autorenteam betreut werden und als redaktioneller Schaukasten dienen, der sowohl für Bewerber wie auch für Personaler interessant ist, um gegenseitig zu lernen, was man verbessern kann und wie bestimmte Verfahren im Bewerbungsprozess von Bewerbern wahrgenommen und eingeordnet werden.

Die bewerber-front ist seit Anfang November 2012 online. Erste Texte von der Bewerbungsfront sind bereits online. Weitere werden folgen – denn nichts ist so lehrreich über potenzielle Arbeitsgeber wie das Verhalten ihrer Personaler bei der Bewerbung auf einen Job.

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