Mittwoch, 12. Dezember 2012

E-Reader vs Tablets oder: Kindle vs iPad

Die auf Technologietrends spezialisierten Marktforscher von iSuppli berichten über rapide sinkende Absätze von E-Reader, die vor allem durch Amazons Kindle bekannt sind. Dementgegen legen die Verkaufszahlen von Tablets enorm zu. Während die Verkäufe von E-Readers in 2012 um 36% sinkt und weltweit noch knapp 15 Millionen Einheiten beträgt, werden in 2012 wohl rund 120 Millionen Tablets verkauft.

Als Gründe nennt iSuppli vor allem den Trend zum Universalwerkzeug - also eine Art digitales Schweizer Offiziermesser. Da man nicht kontinuierlich liest, sondern nur ab und an ein Häppchen, kann man dies bequem auf seinem Tablet machen. Klar, für dauerhaftes Lesen taugen die beleuchteten Bildschirm der Tablets nicht. Aber offensichtlich lesen die wenigsten Menschen dauerhaft. Bzw. wenn sie es tun, greifen sie vielleicht doch lieber zum - Achtung, böser Wort: GEDRUCKTEN Buch???

Eine ähnliche Entwicklung zum "One size fits all" zeigt sich bei Digitalkameras (braucht man nicht bei aktuellen Mobiltelefonen), Navigationsgeräten (braucht man nicht, wenn man ein Smartphone hat), MP3-Spielern (braucht man nicht), Diktiergeräten, Pager etc. pp.

Die Zahlen sprechen eine deutlich Sprache. Und diese macht m.E. auf gravierende Entwicklungen aufmerksam - das nämlich Spezialisierung zugunsten von Generalisierung heruntergefahren wird. Hängt man allerdings dem Gedanken an, dass sich die Leistungsfähigkeit moderner Gesellschaft eben durch Spezialisierung entwickelt hat - weil es spezialisierte Experten sind, die neue Technologien und Verfahren ausarbeiten - dann deutet dass in eine Richtung, die man auch als Abgesang auf den Vorsprung abendländischer Kulturen deuten kann.

Keine Kommentare: