Donnerstag, 6. Dezember 2012

Medien-Ethik in der Praxis: Presserat rügt BILD, taz und WNZ

Medien-Ethik wird in der journalistischen Praxis durch den Pressekodex des Deutschen Presserats ausgestaltet. Im Pressekodex sind Verhaltensregeln im Sinne des journalistischen Berufsethos festgelegt, z.B. die Sorgfaltspflicht bei der Recherche (§2), die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt (§7) und die Wahrung der Persönlichkeitsrechte (§8).

Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu Verstößen zu den Regeln, die sich die Branche qua Selbstverpflichtung gegeben hat. Leser und Betroffene können sich beim Presserat beschweren und der prüft und rügt gegebenenfalls. So auch wieder bei der Sitzung Anfang Dezember 2012 in Berlin. Die Ergebnisse: 3 öffentliche Rügen, 1 nicht-öffentliche Rüge, 8 Missbilligungen und 17 Hinweise. 5 Fälle waren zwar begründet, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet, weil die Redaktion auf den ethischen Fehler angemessen reagiert hatte. 26 Fälle wurden als unbegründet bewertet.

Der Kress-Report nennt einige plastische Beispiele, darunter die Wetzlarer Neue Zeitung, die einen Sportler erst für tot, einen Tag später dann für schwer verletzt erklärte – und beides stimmte nicht. Chapeau, das ist Recherche aus der Tiefe der Region.

Die taz wünscht einem gewissen Thilo S., dass der nächste Schlaganfall sein Werk gründlicher verrichte. Autsch – da tritt ein selbsternannter Moralapostel die Würde des Menschen mit Füßen. Und wie immer ist natürlich auch wieder Schleichwerbung mit dabei.

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