Montag, 14. Januar 2013

Daten-Journalismus: Sind Daten die besseren Fakten?

Fakten, Fakten, Fakten lies der ehemalige Focus-Chef Markwort seine Redakteurstruppe wissen, Fakten, Fakten und nochmals Fakten, das sei die Währung in der Welt der Nachrichten. Ok, das mag sie in den 1990er Jahren auch gewesen sein. Damals galt es, den ewig-linken Meinungsmachern vom Spiegel etwas entgegen zu halten und da bot es sich geradezu an, die Faktizität den Vorrang vor der verlegerischen Leitlinie zu geben.

Mit der immer stärkeren Nutzung des Internet – faktisch heute das Leitmedium der Gesellschaft – muss man den Leitsatz allerdings ändern. Nicht Fakten sind entscheidend, sondern Daten, Daten, Daten. Diese Formulierung leitet zu der Fragestellung, was der Unterschied zwischen Daten und Fakten sei. Von Fakten spricht man im Allgemeinen, wenn man Tatsachen meint. Ein Fakt ist daher richtig oder falsch. Daten dagegen sind – nicht zwingend, aber häufig – Werte, die Abstufungen oder Mengen angeben. Wetterdaten sind z.B. die in Grad-Celsius gemessenen Temperaturen morgens, mittags und abends und deren Vergleich zu Daten des Vorjahres. Wetterfakten sind Aussagen des Typs: Es regnet, es ist heißt oder die Sonne scheint.

Diese kleine Vorrede soll zum eigentlichen Thema überleiten: Dem Data Journalism. Dabei geht es nicht um eine per se neue journalistische Form, sondern um neue Herausforderungen in der Darstellung von Recherche-Ergebnissen. Durch den schnellen und einfachen Zugriff auf Statistiken und Datenbestände zu fast allen Themen des Interesses, wird von Journalisten immer stärker erwartet, dass sie Nachrichten „bewerten“ – also in einen quantifizierbaren Kontext stellen.

Dies führt zu einem stärkeren Anteil von visueller Kommunikation in Form von Informationsgrafiken, Schaubildern und ähnlichem. Ohne das, lässt sich heute kaum eine attraktive Nachrichtenlage darstellen.

In diesem Kontext ist es sehr ratsam, einen Blick auf das kostenfreie Handbuch Data Journalism zu werfen. Es entstand 2011 im Rahmen einer Konferenz aus Beiträgen der Konferenzteilnehmer, die bei renommierten Organisationen wie BBC, Deutsche Welle, New York Times, Guardian, Australian Broadcasting Corporation und anderen arbeiten.

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