Mittwoch, 2. Januar 2013

Die Zukunft des Lokaljournalismus

Der folgende Beitrag stammt von Anja Bertele, studierte Linguistin und derzeit im Abschluss Ihres Masterstudiums an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien. Bertele beschreibt in ihrer Arbeit sehr nachvollziehbar, warum das aktuelle Geschäftsmodell des Lokaljournalismus langsam aber sicher aussterben wird, warum zugleich aber die gesellschaftliche Funktion des Lokaljournalismus neue Chancen bietet. Lokaljournalismus ist „people business“ und nicht „news business“. Was das bedeuten kann – z.B. für neue lokale und regionale Angebote, die Social Media und mobilen Zugriff auf Informationen gewähren, kann man erahnen.

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Anja Bertele
Die Zukunft des Lokaljournalismus
Die Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Lokaljournalismus. Dieser steckt zurzeit in einer Krise. Die Onlinemedien erobern den Markt und verdrängen nach und nach die klassischen Medien. Dass dies nicht unbedingt so bleiben muss, wird in dieser Hausarbeit diskutiert.

In dieser Hausarbeit soll eine mögliche Zukunft des Lokaljournalismus aufgezeigt werden. Die erste Idee zu dieser Arbeit entstand gemeinsam mit den Calwer Medientagen. Auch hier wurde über die Zukunft des Lokalen in einer globalisierten Welt diskutiert. Gerade durch die starke Globalisierung wird die regionale Verbundenheit wieder wichtiger. Im Marketing gibt es hierfür den Begriff „Glokalisierung“, auch verbunden mit der Phrase „Think global – act local“. Diese Marketingtheorie besagt, dass global agierende Unternehmen ihre Marketingstrategien und Produkte an lokale und regionale Besonderheiten anpassen müssen. Kapitel zwei gibt Aufschluss über die Thesen und Theorien, die während den Calwer Mediengesprächen angesprochen und diskutiert wurden.

Genau wie sich Unternehmen an die Umstände anpassen müssen, sollten auch die Medien reagieren und sich auf ihre Stärken und Vorteile konzentrieren. Kapitel drei beschäftigt sich mit den Aufgaben des Lokaljournaljournalismus, die dieser in unserer Gesellschaft hat. In den Unterkapiteln werden die Probleme des Lokaljournalismus thematisiert. Die meisten der Probleme des Lokaljournalismus hängen stark mit dem Aufschwung der Onlinemedien zusammen. Jedoch auch Einsparungen in den Sendern und Redaktionen. Das Kapitel 3.2. zeigt einige Beispiele von lokalen Medien, an denen die Probleme des Lokaljournalismus noch mal verdeutlicht werden. Darunter auch der öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender SWR.

Im vierten Kapitel werden mögliche neue Wege des Lokaljournalismus aufgezeigt. Die lokalen Medien müssen auf die neuen Begebenheiten reagieren. Die Unterkapitel 4.1. und 4.2. betrachten zwei Möglichkeiten für den Lokaljournalismus auf Onlinemedien zu reagieren und sich selbst wieder besser und stärker zu positionieren. Eine der Möglichkeiten ist die ausführliche Berichterstattung. Onlinemedien müssen schnell reagieren, hier will der Leser sofort über alles informiert werden. Printmedien können sich länger mit Hintergrundinformationen beschäftigen. Diesen Vorteil müssen die Medien ausnutzen.

Eine weitere Möglichkeit ist der lokale Bezug. Onlinemedien können global abgerufen werden, deswegen müssen sie sich auch mit globalen Nachrichten auseinandersetzen. Lokale Medien müssen ihren lokalen Bezug weiter stärken. Im Lokaljournalismus geht es auch darum eine persönliche Beziehung zum Leser aufzubauen.

Das fünfte Kapitel gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Lokaljournalismus. Es zeigt wie sich der Lokaljournalismus verändern kann, wenn er die Vorteile gegenüber den Onlinemedien besser ausnutzt. In Kapitel sechs werden die vorher genannten Thesen noch einmal zusammengefasst.

2. Ausgangspunkt Mediengespräch in Calw

Die Anregung zu dieser Arbeit lieferte das Mediengespräch an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw. Dies fand am 13.09.2012 unter dem Titel „Region(alität) in der globalen und digitalen Welt“ statt. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Peter Weber, der zukünftigen Rektor der SRH Calw. Unter dem Stichwort „Glokalisierung“ diskutierten Willi Enderle vom Automobilzulieferer Robert Seuffer, Calws Oberbürgermeister Ralf Eggert, Christoph Perrot von Perrot Turmuhren sowie Alfred Verstl vom Schwarzwälder Boten wie viel Globalisierung man aushalten kann und wie viel Regionalität man als Anker braucht.

Der Begriff „Heimat“ wurde von den Gesprächsteilnehmern unterschiedlich definiert. Perrot ist beispielsweise der Meinung, dass man sich überall zu Hause fühlen kann, aber Heimat ein spezieller Begriff ist, der den Ort umschreibt in dem man aufgewachsen ist. Eggert dagegen findet, dass man sich durch eine Integration im Wohnort über Vereine und Freizeitangebote überall heimisch fühlen kann. Jeder muss für sich selbst entscheiden welcher Region er sich am stärksten zugehörig fühlt.

Der Begriff Heimat ist sehr stark mit der Regionalität und dem Lokalen verbunden. Auch wenn man häufig umzieht und sich mehreren Regionen verbunden fühlt, bleibt doch eine Region meist die Heimatregion. Besonders wichtig wird dieses Heimatgefühl bei einem längeren Auslandsaufenthalt.

In der Diskussion, in die sich auch das Publikum einbrachte, wurde deutlich, dass man in der globalisierten Welt eine Balance zwischen Regionalität und Globalisierung finden muss. Man kann nicht nur in einer räumlich sehr eingeschränkten Region leben ohne Kontakt zur restlichen Welt. Gerade im Berufsleben kann man nicht den Draht zur globalisierten Welt verlieren.

Digitale Medien erleichtern den Kontakt zur restlichen Welt. Besonders Jugendliche kennen kaum noch Grenzen zwischen Ländern. Häufig hat man Freunde in allen Teilen der Welt und mit Englisch als Universalsprache sind die Sprachbarrieren abgeschafft. Soziale Netzwerke erleichtern den Austausch. Eine der zentralen Fragen, die sich daraus ergibt, ist, ob „Heimat“ dadurch an Wert verliert, da man sich überall heimisch fühlen kann oder ob das Heimatgefühl sich verstärkt, da man einen Ausgleich zur Globalisierung benötigt.

Eine der Annahmen bei den Calwer Mediengesprächen war, dass Jugendliche schneller eine globale Zugehörigkeit entwickeln, als die älteren Generationen. Heimat soll demnach für Jugendliche nicht mehr so wichtig sein. Willi Enderle war in diesem Punkt jedoch anderer Meinung, als die Stimmen aus dem Publikum. Enderle hatte schon häufig die Erfahrung gemacht, dass gerade junge Mitarbeiter in ihrer Heimatregion verwurzelt sind und keinen Standortwechsel wollen, auch wenn er ihnen einen beruflichen Vorteil bringen würde.

Lokale Medien können als Anker fungieren und überall auf der Welt ein Gefühl von Heimat herstellen. Durch sie kann man auch im Ausland das Gefühl haben in der Heimat vor Ort zu sein. Der Vertreter des regionalen Radiosenders Hit Radio Antenne 1 erklärte darum das Geschäftsmodell des Senders. Die gespielte Musik spiegelt zwar hauptsächlich den deutschen Musikgeschmack wieder, dieser ist aber deutlich geprägt durch internationale Künstler. Die Nachrichten und Beiträge auf der anderen Seite sind jedoch fast nur aus dem lokalen Umfeld. Das liegt auch daran, dass mittlerweile viele Hörer aus der Region im Ausland leben und arbeiten. Gerade von dort wollen die Hörer über Heimatregion informiert bleiben oder auch mal wieder die eigene Sprache oder sogar den eigenen Dialekt hören. Das Internetradio macht das möglich. Es ist deutlich einfacher, eine bestimmte Internetadresse einzugeben, als sich in einem anderen Land eine Regionalzeitung wie den Schwarzwälder Boten zu kaufen.

Nachdem nun die Ausgangslage durch die Calwer Mediengespräche thematisiert
wurde, zeigen die nächsten Kapitel die aktuelle Situation und die Zukunft des Lokaljournalismus auf.

3. Aufgaben des Lokaljournalismus

Wie jede Art der Kommunikation hat auch der Lokaljournalismus bestimmte Aufgaben in unserer Gesellschaft. Welche hierzu gehören und wie der Lokaljournalismus diesen nachkommen sollte wird in diesem Kapitel thematisiert.

Lokaljournalismus wird von den Rezipienten als wichtig erachtet. Laut einer Umfrage in den Jahren 1989 und 1996 halten 84% der Rezipienten das lokale Geschehen für interessant (Quelle). Daran ist zu erkennen, dass gerade der Lokaljournalismus seine Qualität beibehalten muss und Verlage nicht den Lokaljournalismus auf Grund der Sparmaßnahmen kürzen sollte.

Auch für Lokaljournalismus gilt, eine gute Recherche ist die wichtigste Grundlage eines guten Artikels. Lokaljournalismus soll, wie jede andere Form des Journalismus, die Rezipienten informieren. Die lokale Presse ist Ansprechpartner für die Bürger. Ein Lokaljournalist befasst sich häufig mit mehreren Themengebieten, statt sich, wie im überregionalen Journalismus, auf ein Gebiet zu spezialisieren. Nirgends im Journalismus sollte der Kontakt zu den Rezipienten stärker sein, als im Lokaljournalismus. Der persönliche Bezug sollte schon bei der Themenauswahl bedacht werden.

Die lokale Presse ist in vielen Fällen die einzige vertrauenswürdige Quelle für Ereignisse und Informationen, die die Rezipienten meist selbst betreffen. Der Lokaljournalismus hat hier eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die Rezipienten sind sehr Nahe am Geschehen. Das ist gerade bei Katastrophen, wie Schulmassakern oder Kindesentführungen, sehr schwierig. Es ist gut möglich, dass einige der Rezipienten von der Tat direkt betroffen sind, als Angehörige von Opfern oder Tätern. Die lokale Presse ist hierbei auch der Übermittler von Informationen, die von der Polizei und den Einsatzkräften freigegeben werden. Die Informationen müssen trotz der lokalen Betroffenheit sachlich bleiben. Vermutungen über Täter oder Opfer können gerade in der lokalen Presse verheerende Auswirkungen haben. Ein Beispiel hierfür ist die Vergewaltigung und Ermordung in Emden. In diesem Fall wurde schon sehr früh der Name eines Verdächtigen bekannt. Die Auswirkung war verheerend, eine Hetzjagd gegen den Verdächtigen, der sich später als unschuldig herausstellte, begann (Quelle). In diesem Fall hat die Polizei selbstverständlich auch eine Mitschuld. Der Lokaljournalismus hat jedoch die Aufgabe den Sachverhalt klar darzustellen. Das bedeutet auch, dass Vermutungen über Verdächtige auch als solche dargestellt werden.

Eine weitere Aufgabe des Lokaljournalismus ist das Vereinfachen von Sitzungen und verwaltungstechnischen Veränderungen. Beschlüsse von Stadt- und Gemeinderatssitzungen betreffen meist die Rezipienten direkt. Meist können die Rezipienten nichts mit dem Verwaltungsjargon anfangen. Der Lokaljournalismus muss das Beamtendeutsch in eine verständliche Form bringen. Dabei müssen trotzdem alle Inhalte transportiert werden.

Beim Lokaljournalismus geht es noch viel mehr um die Menschen, als um die Themen. Der Journalist kennt seinen Interviewpartner oft persönlich und genau so geht es den Lesern oder Hörern (Quelle). Sie bekommen keine Geschichten, die sich hunderte von Kilometern weit weg abspielen, sondern es passiert förmlich vor der Haustür. Als Leser einer Lokalzeitung kommt es schon mal vor, dass man einen Artikel über den Nachbarn liest. Das ist natürlich gut für die Leserbindung, kann aber auch ganz schwierig werden, wenn man eigentlich die Distanz wahren sollte, wie beispielsweise beim Interview mit dem Oberbürgermeister, bei dem auch mal kritischen Themen angesprochen werden müssen. Der Lokaljournalist muss sich hier seiner Aufgabe bewusst sein, die Rezipienten zu informieren.

Der Lokaljournalismus kann das Weltgeschehen natürlich nicht vollständig außer Acht lassen. Eine wichtige Aufgabe des Lokaljournalismus ist es die Veränderungen auf nationaler und internationaler Ebene auf die Region anzuwenden. Hierbei geht es darum den Rezipienten klarzumachen, welche Auswirkungen ein Gesetz der EU auf die Region hat. Für überregionale Medien ist dieser Punkt deutlich schwerer umzusetzen. Sie müssen die Themen viel allgemeiner erklären, um die breite Leser- und Hörerschaft nicht zu verlieren. Der Lokaljournalismus ist hier im Vorteil. Dieser Vorteil wird aber viel zu wenig ausgenutzt. Das ist mit ein Grund für die Probleme des Lokaljournalismus die im nächsten Kapitel angesprochen und erläutert werden.

3.1. Probleme des Lokaljournalismus

Dass der Lokaljournalismus in einer Krise steckt ist schon lange kein Geheimnis mehr. Aber auch überregionale Medien sind davon betroffen, wie die Insolvenz der Frankfurter Rundschau verdeutlicht. Das vorherige Kapitel hat gezeigt, welche wichtigen Aufgaben der Lokaljournalismus eigentlich übernehmen sollte.

Durch Onlinemedien hat sich die Informationsgesellschaft stark verändert. Auf diese Veränderungen müssen Lokalzeitungen, -fernsehsender und -radios reagieren um weiterhin am Markt bestehen zu können. Onlinemedien können schnell reagieren, das wird von ihnen erwartet. Sie sollen den Rezipienten schnell über neue Ereignisse informieren. Der Rezipient kann also über Onlinemedien früher neue Informationen erfahren. Während Printmedien durch den Vorgang des Druckens erst deutlich später erscheinen.

Viele der Onlinemedien werden zudem kostenlos angeboten und finanzieren sich noch stärker über Werbeeinnahmen, als Print-, Rundfunk- oder Hörfunkmedien. Die Rezipienten müssen demnach stärker von diesen Medien überzeugt werden, dass sie auch mehr für ihr Geld bekommen und nicht genau dasselbe erfahren, was sie schon Stunden vorher im Internet kostenlos lesen konnten.

Öffentlich-rechtliche Sender, wie der SWR, auf den später noch als Beispiel in Kapitel 3.2. eingegangen wird, finanzieren sich über Gebühren. Diese Gebühren werden nicht stark genug an die Inflation angepasst. Außerdem bezahlen immer weniger Deutsche ihre Hör- und Rundfunkgebühren (Quelle). Das stellt die Sender vor große Schwierigkeiten, denn die Rezipienten erwarten gerade von öffentlich-rechtlichen Sendern ein ausgewogenes und anspruchsvolles Programm.

Die Macher des Lokaljournalismus versuchen überall zu sparen, statt die Qualität zu verbessern. Marktforschung wird gerade bei lokalen Medien viel zu wenig betrieben (Quelle). Gerade bei Nachrichten aus dem engen lokalen Raum des Rezipienten muss der persönliche Kontakt stärker herausgearbeitet werden. Die meisten lokalen Medien arbeiten aber an ihren Rezipienten vorbei. Die Medien arbeiten weiter, wie sie es schon immer getan haben, ohne auf Veränderungen zu reagieren. Die Gesellschaft ändert sich jedoch immer schneller, auch durch den Aufschwung der Onlinemedien. Die lokalen Medien müssen sich diesen Veränderungen anpassen.

Eine wichtige Aufgabe ist das Gewinnen von neuen Abonnenten. Für die älteren Generationen ist es häufig selbstverständlich mindestens eine Zeitung zu abonnieren. Bei den jüngeren Generationen ist dies nicht der Fall. Hier müssen von Seiten der Verlage viel größere Anreize geboten werden. Die jüngere Generation ist in der digitalen Welt geboren, für sie ist es selbstverständlich die Nachrichten aus dem Internet zu bekommen. Lokale Medien müssen in diesem Fall ihre Stärken besser kommunizieren. In den Calwer Mediengesprächen wurde auch häufig die Meinung vertreten, dass auch Jugendliche einen starken Bezug zu ihrer Heimatregion haben. Onlinemedien bieten nur selten lokale Nachrichten. Die lokalen Medien haben hier ein Alleinstellungsmerkmal, das sie viel zu wenig ausnutzen.

Oft hört man der Lokaljournalismus arbeitet an seinen Kunden vorbei. Die lokalen Medien haben sich zu stark von ihrem eigentlichen Zweck und den eigentlichen Stärken wegbewegt. Häufig haben sie sich an überregionalen Zeitungen und Sendern orientiert. Deren Aufgaben unterscheiden sich aber in einigen Punkten von denen des Lokaljournalismus. Die Nähe zu den Rezipienten wird stark vernachlässigt, obwohl genau das, die größte Stärke des Lokaljournalismus ist.

Im vorherigen Kapitel wurde auch von dem Problem gesprochen bei kritischen Themen die Distanz zu wahren und sich professionell zu verhalten, auch wenn man den Interviewpartner persönlich kenn. Bei lokalen Medien ist es häufig der Fall, dass der Journalist den Bürgermeister, den Vereinsvorsteher und das Stadtratsmitglied persönlich kennt. Das bedeutet aber nicht, dass keine kritischen Fragen gestellt werden können. Gerade dieser Verdacht wird aber in Bezug auf die lokalen Medien häufig geäußert. Die Lokaljournalisten wird eine „Hofberichterstattung“ vorgeworfen (Quelle). Es ist schwierig die Glaubwürdigkeit zu wahren, wenn die Rezipienten glauben, dass die Journalisten Annehmlichkeiten von der Lokalprominenz erhalten oder man sich sowieso vom Stammtisch kennt.

Was das für Folgen haben kann, zeigen die Beispiele in Kapitel 3.2.

3.2. Beispiele

Dieses Kapitel zeigt einige Beispiele von Medien, die mit den Problemen des Lokaljournalismus zu kämpfen haben.

Im Grunde haben die lokalen Medien einen großen Vorteil gegenüber den überregionalen. Die Konkurrenz unter den überregionalen Medien ist deutlich größer. Hier müssen sich die Medienmacher über ihre Stellung und ihre Themenaufbereitung verkaufen. Die lokalen Nachrichten, die in den lokalen Medien aufbereitet werden, werden nicht von vielen anderen Medien angeboten (Quelle). Trotz dieser Voraussetzung hat das vorherige Kapitel gezeigt, dass der Lokaljournalismus in einer Krise steckt und mit vielen Problemen zu kämpfen hat.

Eines dieser Beispiele ist der SWR. Der SWR hat einige Kürzungspläne vorgestellt. Dazu gehört beispielsweise die Zusammenlegung der beiden großen SWR-Orchester. Noch schwerwiegender ist die Kürzung der regionalen Berichterstattung. Intendant Peter Boudgoust will in den nächsten acht Jahren 166 Millionen einsparen (Quelle). Werden die regionalen Radiostationen geschlossen, werden dadurch auch die Vorort-Berichterstattungen weniger. Der Radiosender verliert dadurch an Glaubwürdigkeit. Regionalstationen sollen ja nicht nur die Hörer informieren, die weiter weg sind und somit meist nicht von den Nachrichten betroffen, sondern die Hörer vor Ort. Ist der Radiosender aber selbst nicht vor Ort, kann er keine lückenlose Berichterstattung gewährleisten. Während die Hörer vor Ort nicht nur auf diese Berichterstattung angewiesen sind, können sie auch Fehler sofort zuordnen.

Auch das Berliner Abendblatt kürzt seine Lokalredaktion. Das Abendblatt war immer ein wichtiger Teil der Berliner Informationsgesellschaft. Als kostenloses Anzeigenblatt wurden hier die Informationen der einzelnen Bezirke und Stadteile verbreitet. Im Oktober 2012 wurden dann alle 14 Mitarbeiter des Berliner Abendblatts entlassen. Ein externer Dienstleister übernimmt jetzt deren Aufgaben. Als Begründung für diesen Schritt gibt der Verlag Sparmaßnahmen an (Quelle).

Das Stadtmagazin Prinz, das es für mehrere deutsche Städte gibt, will seine Printausgabe einstellen und ist von nun an nur noch online verfügbar (Quelle). Die Zielgruppe ist bei diesem Magazin eher jünger. Prinz informiert über Kultur, Lifestyle und Events in fast allen deutschen Städten. Das Magazin wird zwar online weiter bestehen, aber die Printausgabe war in vielen Kreisen Kult. Auch hier geht eine Ära zu Ende. Die Onlineausgabe hat die Printausgabe abgelöst.

Aber nicht nur lokale Medien sind von diesen Problemen betroffen. Auch überregionale Zeitungen haben mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Eines der letzten gescheiterten Medien ist die Frankfurter Rundschau. Die Zeitung hat im November 2012 Insolvenz angemeldet. Die Frankfurter Rundschau war jahrelang ein wichtiger Bestandteil der Frankfurter, aber auch der deutschen Medienwelt. Jedoch hat sich die Frankfurter Rundschau zu stark auf nationale Nachrichten konzentriert, statt auf die Frankfurter Nachrichtenwelt. Das haben die Leser übel genommen und die Verkaufszahlen gingen zurück. Das nächste prominente Beispiel einer überregionalen Zeitung ist die Financial Times Deutschland, die nun eingestellt wird. Ein harter Schlag war auch die Insolvenz der Nachrichtenagentur dapd.

Diese Beispiele zeigen, wie weit die Krise schon fortgeschritten ist. Es ist unklar, wie viele weitere Medien von Sparmaßnahmen und Insolvenzen betroffen sein werden. Der Lokaljournalismus muss umdenken und sich den neuen Begebenheiten anpassen. Dabei sollte sich der Lokaljournalismus auf seine Stärken besinnen und sich um neue Rezipienten bemühen. Das nächste Kapitel und seine beiden Unterkapitel zeigen zwei Möglichkeiten für den Lokaljournalismus seine Vorteile zu nutzen.

4. Neue Wege des Lokaljournalismus

Die im vorherigen Kapitel angesprochenen Probleme und Beispiele zeigen, dass sich im Lokaljournalismus etwas ändern muss. Die Auswirkungen können bis hin zur Insolvenz reichen. Dieses Kapitel und seine Unterkapitel sollen die Vorteile des Lokaljournalismus aufzeigen.

Durch diese Vorteile, kann sich der Lokaljournalismus von den Onlinemedien absetzen und die Bindung zu seinen Rezipienten wieder verstärken. Das ist notwendig um wieder aus der Krise herauszufinden und nicht auf den Niedergang der Print-, Hörfunk- und Rundfunkmedien zu warten. Der Lokaljournalismus braucht neue Rezipienten, die gerade auf die Vorteile des Lokaljournalismus setzen. Diese Vorteile müssen viel besser kommuniziert werden. Marktforschung und darauf ausgelegtes Marketing wird nur von sehr wenigen Verlagen regelmäßig und professionell betrieben.

Onlinejournalismus hat durch das genutzte Medium seine eigenen festgesetzten Regeln. Bei Onlinemedien muss alles schnell gehen. Die Rezipienten wollen so schnell wie möglich informiert werden. Der Lokaljournalismus dagegen hat mehr Zeit und kann den Lesern deswegen auch mehr bieten. Zumindest wenn er richtig gemacht wird. Der Sparkurs den viele Verlage gerade anstreben, wirkt selbstverständlich der Qualität des Lokaljournalismus entgegen.

Gerade diese Qualität muss aber wieder besser werden. Nachrichten aus aller Welt können die Rezipienten überall erhalten es gibt unzählige Medien, die diese Nachrichten verbreiten. Lokale Nachrichten werden aber meist nur von sehr wenigen Medien angeboten, oft hat ein Verlag sogar das Nachrichtenmonopol für die lokalen Ereignisse. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist somit klar, wieso gerade der Lokaljournalismus von den Sparmaßnahmen betroffen ist. Lokale Medien sollten sich von selbst verkaufen, da es so wenig Alternativen gibt. Es ist also nicht notwendig genau in diese Abteilung zu investieren. Das klingt in der Theorie zwar nachvollziehbar, hat aber in der Praxis verheerende Auswirkungen, wie wir in den vorherigen Kapiteln schon gesehen haben.

Wieso ist also der Lokaljournalismus kein Selbstläufer? Ein möglicher Grund ist, dass gerade bei Lokaljournalismus auf Qualität geachtet wird. Die Rezipienten sind von den Nachrichten persönlich betroffen. Fehler können sofort entlarvt werden, ebenso wie eine falsche positive oder negative Darstellung bestimmter Sachverhalte. Lokaljournalisten schreiben keine Artikel über nationale und internationale Prominente, wie Schauspieler oder Politiker. Beim Lokaljournalismus geht es um die Personen von nebenan. Personen aus dem Umkreis der Rezipienten die auf lokaler Ebene ihre Leistung erbringen oder hinter denen sich eine interessante Geschichte verbirgt. Ihre Aufgabe ist es Verwaltungsangelegenheiten und Stadtratssitzungen interessant zu machen.

Unter diesen Voraussetzungen ist es für Lokaljournalisten nicht immer eine leichte Aufgabe die hohen Erwartungen der Rezipienten zu erfüllen. Aus diesem Grund muss der Verlag auch in die Lokalredaktionen investieren.

Lokaljournalisten die für die klassischen Medien arbeiten, sollten sich viel stärker darauf konzentrieren, was die Medien für grundsätzliche Unterschiede haben und welche Vorteile sich daraus ergeben. Es ist nicht nötig über Onlinemedien zu lamentieren oder künstliche Unterschiede zu erzeugen. Lokale Medien haben genügend Vorteile, die die Redaktionen aus der Krise retten können, wenn sie richtig genutzt und umgesetzt werden.

Im nächsten Kapitel wird ein Vorteil des Lokaljournalismus aufgeführt, auf sich die
Lokaljournalisten stärker konzentrieren sollten.

4.1. Ausführlichere Berichterstattung/ Hintergrundinformationen

Diese Kapitel soll nun eine der möglichen Maßnahmen für den Lokaljournalismus erläutern. Der Lokaljournalismus muss seine Vorteile gegenüber den Onlinemedien viel stärker ausnutzen. Einer dieser Vorteile ist die ausführliche Berichterstattung. In vielen Redaktionen gilt. „online first“. Was zuerst wie ein Nachteil, besonders für Printmedien, aussieht, ist eigentlich eine ihrer größten Stärken. Journalisten, die für Printausgaben schreiben, können sich mehr Zeit für Hintergrundrecherche nehmen. Aber auch Radio- oder Fernsehjournalisten können deutlich ausführlicher berichten als ein Onlinemedium.

Das Lesen an einem Bildschirm ist sehr anstrengend für die Augen. Viele Rezipienten wollen deswegen keine langen Artikel und Reportagen online lesen. Onlineartikel sind deswegen oft deutlich kürzer. Hierbei bleibt kein Platz für ausführliche Hintergrundinformationen. Häufig werden deswegen sehr viele Artikel zu einem Thema nach und nach online gestellt. Dies macht das Thema für die Rezipienten aber sehr schnell sehr unübersichtlich. Printmedien können einen langen ausführlichen Bericht zu einem Thema bringen, dasselbe gilt für Radio- und Fernsehsender.

Selbstverständlich möchten die Rezipienten auch bei diesen Medien zeitnah informiert werden. Trotzdem ist die Zeitspanne bei den anderen Medien deutlich größer, als bei Onlinemedien. Das ergibt sich bei Printmedien schon allein durch den Druckvorgang und auch bei Radio- und Fernsehsendern gibt es einen vorgefertigten Sendeplan, der nur in absoluten Notfällen außer Kraft gesetzt wird. All das begünstigt die ausführliche Berichterstattung. Das Problem ist, dass der Lokaljournalismus diesen Vorteil viel zu selten ausnutzt. Oft werden in den klassischen Medien genau dieselben Informationen verwendet, wie bei den Onlinemedien. Ein paar Stunden oder gar Tage später möchten die Rezipienten neue Informationen und Hintergründe zu den Geschehnissen erfahren.

Viele Lokalzeitungen unterscheiden ihre Artikel gar nicht in Online- oder Printversionen. Die Neue Württembergische Zeitung und der Schwarzwälder Bote stellen ihre Artikel häufig am selben Morgen online, an dem dieser auch in der Printausgabe erscheint. Der einzige Mehrwert den der Rezipient dann noch hat, ist das Lesen als Printausgabe und nicht an einem Bildschirm. Aber als Onlineversion ist der Artikel in den meisten Fällen kostenlos.

In diesen Fällen werden die Vorteile beider Versionen nicht ausgeschöpft. Onlineartikel sollten so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt werden. Auch beim Verfassen ergeben sich hier Unterschiede. Printartikel sind für ein ausführliches Durchlesen geschrieben. Das hat große Auswirkungen auf den Schreibstil, Worte sollten nicht häufig verwendet werden, sondern durch Synonyme ersetzt werden. Onlineartikel sind darauf ausgelegt einen schnellen Überblick über ein Thema zu liefern. Schlüsselwörter sollten dabei auf keinen Fall ausgetauscht werden, sondern eher so häufig wie möglich benutzt werden, um den Artikel für Suchmaschinen zu optimieren.

Eine ausführliche Berichterstattung und Hintergrundinformationen, zu dem behandelten Thema, sollten ohnehin für jeden Journalist selbstverständlich sein. Da dies bei Onlinemedien aber schwieriger ist, sollten sich die anderen Medien stärker darauf konzentrieren und sich so von den Onlinemedien abheben. In den klassischen Medien ist genug Zeit um diese Informationen zu bekommen und außerdem genug Platz, beziehungsweise Sendezeit, um diese auch zu nutzen.

Dieses Kapitel hat nun einen Vorteil der klassischen, lokalen Medien gezeigt. Dieser Vorteil sollte eigentlich selbstverständlich genutzt werden. In der Praxis wird dies aber häufig ignoriert. Um dem Lokaljournalismus aus der Krise zu helfen, ist diese Möglichkeit aber sehr einfach umzusetzen.

4.2. Lokaler Bezug

Die im vorherigen Kapitel aufgezeigte Möglichkeit ist nicht die einzige, um dem Lokaljournalismus aus der Krise zu helfen. Dieses Kapitel bringt einen weiteren Vorteil zur Sprache.

Wie im Namen schon zu erkennen, beschäftigt sich der Lokaljournalismus mit den lokalen Nachrichten und Ereignissen. Das ist eine Selbstverständlichkeit und sollte gar nicht erwähnt werden müssen. Außerdem ist das Lokale auch das Verkaufsargument für alle lokalen Medien. Nationale und Internationale Nachrichten erfährt der Rezipient überall und über alle Medien. Lokale Nachrichten können nur über lokale Medien an den Rezipienten gelangen.

Die meisten Medien kommen ihrer Aufgabe in diesem Sinne auch nach. Sie berichten über Veranstaltungen, Vereine und Stadt- oder Gemeinderatssitzungen. Das sind wichtige Themen die nicht vernachlässigt werden sollen. Aber das sollte auch nicht alles sein. Der lokale Bezug sollte noch viel stärker herausgearbeitet werden.

Beim Lokaljournalismus geht es nicht nur um die Themen, es geht um die Menschen. Der Kontakt zwischen Lokaljournalismus und Rezipienten ist sehr persönlich, oder sollte es zumindest sein. Aus diesem Grund sollten Lokaljournalisten nicht nur die offensichtlichen Themen behandeln, wie es häufig der Fall ist, sondern sich auch selbst auf die Suche nach guten Geschichten in der Nachbarschaft machen. In diesem Fall sollen die Menschen im Vordergrund stehen. Denn jeder Mensch hat eine interessante Geschichte, die man als Journalist nur entdecken muss.

Der Vorteil im Lokaljournalismus ist, dass die Menschen die interviewt werden, bei den Journalisten und den Rezipienten persönlich bekannt sind. Das bedeutet, dass die Geschichten über diese Personen für die Rezipienten interessant sind.

Dieser persönliche Kontakt ist fast nur bei lokalen Medien möglich. Auch wenn Prominente, wie Politiker oder Schauspieler, für die meisten Rezipienten selbstverständlich interessant sind, ist eine Reportage über den Nachbar auf einer ganz anderen Ebene, die damit nicht vergleichbar ist.

Überregionale Medien haben es schwerer Geschichten über die „normalen“ Menschen zu bringen. Hier muss das Thema wirklich interessant sein, um die Rezipienten zu fesseln. Der Mensch hinter der Geschichte ist nur einem sehr geringen Teil der Rezipienten bekannt. Ganz anders als im Lokaljournalismus. In lokalen Medien ist die Wahrscheinlichkeit so groß, dass man den Mensch hinter der Geschichte zumindest über ein paar Ecken kennt. Dies bindet aber nicht nur die üblichen Rezipienten. So können auch neue Rezipienten gewonnen werden, die in erster Linie die Geschichte über den oder die Bekannte erfahren möchten. Überzeugt aber auch der Rest des lokalen Mediums könnte der Rezipient bei diesem Medium bleiben.

Letztendlich handelt es sich bei dieser Möglichkeit um eine Marketingstrategie, die neue Kunden gewinnen kann, wenn sie richtig umgesetzt wird. Dies ist unbedingt nötig, denn nur neue Kunden können den Lokaljournalismus noch weiter bestehen lassen. Diese Strategie ist eine der einfachsten und günstigsten Methoden, die Zukunft der Redaktionen zu verbessern. Als Lokalredaktion muss man wieder seinen Weg zurück finden. Zurück zu einem Medium, das nah am Menschen ist und diesen in den Vordergrund stellt.

Lokaler Bezug bedeutet aber nicht nur Geschichten über Menschen aus der Region zu bringen. Auch die internationalen und nationalen Veränderungen, beispielsweise neue Gesetze der EU, sollten in einen lokalen Bezug zur Region gesetzt werden. Viele Rezipienten können mit den weltweiten Veränderungen nicht viel anfangen, obwohl diese sie direkt betreffen könnten. Die Aufgabe der Lokaljournalisten ist es die Veränderungen in den lokalen Kontext zu setzen und den Rezipienten klar zu machen was neue Gesetze für sie konkret bedeuten können.

Dies ist eine sehr wichtige Aufgabe der Lokaljournalisten, die jedoch sehr häufig gar nicht beachtet wird. Denn auch wenn die Rezipienten durch überregionale Medien schon von den Nachrichten erfahren haben, bedeutet es nicht, dass die Lokaljournalisten diesen Teil nicht behandeln müssen, nur weil es sich auf den ersten Blick nicht um lokale Nachrichten handelt.

Dieses Kapitel hat nun eine weitere mögliche Strategie des Lokaljournalismus vorgestellt. Das nächste Kapitel gibt einen Ausblick, auf die Zukunft des Lokaljournalismus.

5. Ausblick

Im vorherigen Kapitel und den dazugehörigen Unterkapiteln wurden neue Wege für die Zukunft des Lokaljournalismus aufgezeigt. Diese können helfen, die Krise des Journalismus, aber besonders des Lokaljournalismus zu überwinden. Neue Wege sind notwendig, um den Lokaljournalismus weiter zu erhalten und qualitativ
zu verbessern.

Selbstverständlich sind die beiden angesprochenen Möglichkeiten nur zwei Strategien. Es gibt noch weitere Strategien und nicht jede dieser Strategien passt zu allen Medien. Jedes Medium und jede Redaktion muss für sich entscheiden, welche Strategien die richtigen sind und genutzt werden können, um die Krise unbeschadet zu überstehen. Es ist allerdings klar, dass wenn sich nichts ändert die Verkaufs-, Zuschauer- und Hörerzahlen weiter sinken werden.

Lokaljournalismus muss wieder interessanter für die Rezipienten werden, um neue Hörer, Zuschauer oder Leser zu gewinnen. Konzentriert sich der Lokaljournalismus auf die angesprochenen Stärken und Vorteile und kommuniziert diese zudem noch stärker nach außen, werden auch die Rezipienten wieder mehr.

Nur neue Rezipienten, also Kunden, können den Lokaljournalismus retten. Die Sparmaßnahmen, die gerade in vielen Lokalredaktionen Einzug halten, verschlechtern aber die Qualität und führen so eher zu einem Verlust der bestehenden Kunden. Gerade bei Lokalzeitungen sind die Leser meist älter. Es ist also unbedingt notwendig die Themen gerade auf junge Leser abzustimmen, um diese als neue Abonnenten zu gewinnen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jede Lokalzeitung nun einen kompletten Relaunch starten soll. Es geht eher um die Rückbesinnung zu den Ursprüngen des Lokaljournalismus und eine bessere Kommunikation nach außen.

6. Fazit

Diese Hausarbeit hat sich nun ausführlich mit dem Lokaljournalismus beschäftigt. Es wurden sowohl die Aufgaben, als auch die Probleme des Lokaljournalismus beschrieben.

Die Probleme sind offensichtlich, die Lösungen dieser Probleme sollten es auch sein. Zwei sehr wirksame Möglichkeiten, den Lokaljournalismus aus der Krise zu holen wurden in dieser Hausarbeit angesprochen. Es sind nur zwei Möglichkeiten unter vielen. Klar ist aber, dass Lösungen für die Probleme gefunden werden müssen.

Die Beispiele in Kapitel 3.2. haben gezeigt, dass die Krise schon weit fortgeschritten ist. Viele Redaktionen hat es schon getroffen, es ist nun wichtig, dass nicht noch weitere Lokalredaktionen von den Sparaßnahmen oder sogar von der Insolvenz betroffen sind. Die Qualität muss wieder verbessert werden. Lokalredaktionen müssen ihren Kunden kommunizieren, wieso Lokalredaktionen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Das geht über steigende Qualität, aber das ist noch nicht ausreichend. Der Kontakt zwischen Lokalredaktion und Kunde muss enger und persönlicher werden.

Die Lokalredaktionen müssen, wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen, Marktforschung betreiben. Um zu wissen, was der Kunde will, müssen die Lokalredaktionen mit ihm zusammenarbeiten. Das ist nirgends einfacher, als im Lokaljournalismus, da dort der Kontakt zu den Kunden noch viel stärker ist, als in überregionalen Redaktionen. Doch dieser Vorteil, wie auch die anderen Vorteile des Lokaljournalismus, werden viel zu wenig ausgenutzt.

Die Hausarbeit hat nun gezeigt, dass es einen Weg aus der Krise gibt. Nun ist es an den Lokalredaktionen diesen Weg auch zu gehen.
 

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