Dienstag, 29. Januar 2013

GEMA vs Google: In Deutschland hinkt YouTube deutlich hinterher

Anteil der in Deutschland gesperrten Top-1000 YouTube-Videos, Quelle: datenjournalist.de
YouTube ist nicht nur eine bekannte Webseite. In vielen Ländern rund um den Globus ist YouTube mittlerweile eine der spannendsten Medienangebote: "YouTube is to video browsing what a Wal-Mart Supercenter is to shopping: everything is there, and all you have to do is walk in the door.", das befand die New York Times schon 2006. Erfolge wie der Gangnam Style, der über Milliarde Zuschauer auf YouTube hatte, sprechen Bände.

Doch in Deutschland hat YouTube noch lange nicht die Bedeutung für die Medienlandschaft wie in den meisten anderen Ländern. Warum? Weil sich die Rechteverwertungsgesellschaft GEMA nicht mit dem Betreiber von YouTube - dem Internetriesen Google - einigen kann.

Nun gut, dass Verhandlungen scheitern oder sich sehr lange ziehen, das kommt vor. Aber es ist schon erstaunlich, dass ein De-Facto-Monopolist wie die GEMA massiven Einfluss auf das Rundfunksystems einer freien Gesellschaft nehmen kann. Dies ist jedenfalls ein Thema, dass man sehr kontrovers diskutieren kann.

Interessant ist z.B. im Hinblick auf "free flow of communication", dass durch den Streit und die mangelnde Bereitschaft, sich zu einigen, Deutschland im Angebot eklatant hinterhinkt. OpenDataCity hat ermittelt, dass von den tausend populärsten Videos (alle mit mehr als 40 Millionen Ansichten) auf YouTube über 60% in Deutschland nicht zu sehen sind.

In Sachen "gesperrte Videos" auf YouTube liegt Deutschland weit vorne. Komisch, dass sich Rechtverwerter in anderen Industrieländern mit YouTube einigen konnten und nur im Land der Dichter und Denker eine verstaubte Monopolbehörde über Jahre Medieninnovationen lahmlegen kann.

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