Dienstag, 8. Januar 2013

Lernen ist wichtiger als wachsen und weniger ist mehr

Bei der Produktentwicklung - speziell bei digitalen Produkten wie Apps, Games, Blogs, eCommerce etc. - gibt es wenige Erkenntnisse, die pauschal für alle Branchen und Probleme zutreffen. Mir sind aus fast zwanzig Erfahrung eigentlich nur zwei Goldene Regeln bekannt, zwei Goldene Regeln, die jeder kennt, die aber kaum einer einhält, was dazu führt, dass viele gute Grundideen ziemlich schnell zu teuren Ideengräbern führen.

Heute erinnerte ich mich noch einmal an diese beiden Goldenen Regeln, als ich über einen Link auf den Blog von Ash Maurya, den Autor von Running Lean, einem wirklich brauchbaren Buch über Methoden für Startups.

In einem schon Artikel von 2011 beschreibt Maurya, wie man den Produktentwicklungsprozess bei Innovationen managen kann.

Kern ist das Minimum Viable Product (MVP): Was ist der Nukleus dessen, was ihre Unternehmen für die Kunden löst? Was ist der Kern ihres Produkts, für den Kunden Zeit und Geld investieren werden?

Wenn der MVP klar ist sollte nur er entwickelt werden.

Was jetzt passiert, ist auf Basis des MVP erste Nutzer zu finden und von diesen Nutzern zu lernen und auf Basis der Gelernten die gesamte Weiterentwicklung zu steuern  (user driven development).

Die Lernerfahrungen unterscheidet man grob in Features und Bugs. Features werden hier als "Minimal Marketing Features" (MMF) interpretiert, also als kleinstmögliche Einheit, die Kundenwert erzeugt. Ein MMF ist etwas, das man kommunizieren kann, z.B. im Blog, per Twitter oder auf einer Verpackung oder Webseite.

Alles andere sind Bug Fixes, und die sollten entweder sofort (wenn kritisch) oder irgendwann ganz spät gelöst werden, und nicht den Blick vom Wesentlichen ablenken."When you first launch a product, lots of things can and do go wrong. But when that happens, a typical reaction is to want to build more stuff – especially when it comes disguised as a customer feature request."

In meinem Sprachgebrauch heißen die beiden Einsichten:  Mach eine Sache richtig und schau dann, wie die Kunden damit umgehen. Fokussieren und Lernen. Eigentlich ganz einfach. Wären da nicht die ganzen Störquellen, die einen vom rechten Weg abbringen wollen.

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