Montag, 13. Januar 2014

Bezahlkultur im Netz: Stimmt die BITKOM-Studie?

Heute vermeldet der BITKOM, das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche, dass jeder vierte Internetnutzer in Deutschland für journalistische Inhalte bezahlt und dabei im Schnitt 13,60 pro Monat ausgibt.

Ergebnisse einer aktuellen BITKOM-Studie (Quelle)
Bemühen wir den Taschenrechner: In Deutschland waren 2013 54,2 Mio. Menschen regelmäßig im Internet aktiv (Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2013)

Wenn jeder Vierte für journalistische Inhalte zahlt, sind das 13,55 Mio. Nutzer, die digitale Vertriebserlöse für journalistische Inhalte generieren (Quelle: Taschenrechner).

Wenn 13,55 Mio. Menschen monatlich €13,60 für journalistische Inhalte ausgeben, entspricht das einem Umsatz von €184,28 Mio. im Monat bzw. €2,2 Milliarden im Jahr (Quelle: wiederum Taschenrechner).

Da es sich, wie der BITKOM explizit hinweist, um eine repräsentative Studie handelt, sollte dieser "Dreisatz" eigentlich stimmig sein. Da stellt sich mir die Frage: Bei wem landet dieser Umsatz eigentlich?

Die Werbung, die online in Deutschland geschaltet wird, bringt es lauf Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft auf etwas über eine Milliarde Euro (Quelle: ZAW). D.h also: die Vertriebserlöse im Internet sind für journalistische Inhalte doppelt so hoch wie der gesamte Onlinewerbemarkt (der ja vor allem außerhalb von journalistischem Content über Suchmaschinenmarketing seine Umsätze erlöst). Oder noch anders: Springer, Spiegel, Burda & Co. sind doppelt so erfolgreich wie Google - wozu brauchen wir dann eigentlich ein Leistungsschutzrecht?

Sollte man jetzt sagen: Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast? Eher nicht, aber es wäre schon sehr interessant zu wissen, wie das Zahlenmaterial erhoben wurde, damit Repräsentativität erreicht ist. Oder um mit §2 des Deutschen Pressekodex zu argumentieren: Auch eine Pressemitteilung sollte sorgfältig recherchiert sein.

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