Dienstag, 31. März 2015

Fernsehen für Meinungsbildung am Wichtigsten

Welche Macht haben die Medienkonzerne auf die
Meinungsbildung in Deutschland? Aktuelle Zahlen von
2014 aus den Landesmedienanstalten.
(Quelle: Landesmedienanstalten)
Der Medienkonvergenzmonitor der Landesmedienanstalten in Deutschland veröffentlichte jüngst Zahlen zum vierten Quartal 2014. Der Medienkonvergenzmonitor versucht, das Gewicht der Medien für die Informations- und Meinungsbildung zu messen und gibt damit auch Aufschluss über die Meinungsmacht der Medienkonzerne. 

Nach dieser von TNS Infratest durchgeführten Studie hat nach wie vor das Fernsehen den größten Einfluss auf das, was Deutschland denkt. Auf Platz Zwei folgen die Tageszeitungen und erst dann kommen die verschiedenen Internetangebote. Zeitschriften haben mit rund 3% nach dieser Studie so gut wie keinen Einfluss auf die Meinungsbildung (was interessant ist, da man vermuten kann, dass special interest Angebote von der c't bis zur Landlust einen eher starken Einfluss auf die Meinung ihrer Leser nehmen).

Interessant ist ebenfalls das Herunterbrechen der Meinungsmacht auf die verschiedenen Organisationen, die Medienangebote betreiben. Im Bereich Fernsehen und noch viel deutlicher beim Radio liegt die ARD mit ihren neun Landesrundfunkanstalten und den darin beschäftigten 23.000 Mitarbeitern, die elf TV- und 55 Radioprogramme erstellen, klar vorne. 
Wer hat die Meinungsmacht in Deutschland? Zahlen
aus dem Konvergenzmonitor der Landesmedienanstalten
(Quelle: Konvergenzmonitor 2. Halbjahr 2014)

Bei den Zeitungen hat Springer mit BILD, Welt und Co. auf gut ein Viertel der Gesellschaft meinungsbildenden Einfluss (ist damit süffisant gesagt etwas so mächtig wie die SPD :-). Danach kommt lange nichts. Der nächstgrößere Zeitungsverlag was die Beeinflussungsmöglichkeiten eingeht ist die Funke Mediengruppe (vor allem WAZ). Schön ist: Lediglich im Internet gibt es keine "Meinungsmonopole". Hier ermitteln die Datenerheber für Springer als größtem Beeinflusser im Meinungsmarkt einen Anteil von gut 10%. 

In den verschiedenen Nutzungsperspektiven des Internet sieht man aber auch klare Dominanzen (die hier zusammen mit dem Onlinepanel Nielsen NetView ermittelt wurden): Google dominiert den Suchmarkt in Deutschland damit mit zu 97% was die universelle bzw. mit 63% was allgemeine Suchen angeht. Faceboook ist für 37% des Social Media Aufkommens verantwortlich, YouTube für 58% der Videostreams. 

In der Zusammenfassung der Daten über die verschiedenen Medienangebote kommt der Medienkonvergenzmonitor zum Ergebnis: "Der Meinungsmarkt in Deutschland wird geprägt von 5 Medienkonzernen, auf die rund 58% der Anteile im Meinungsmarkt enfallen. Die ARD-Sender (22,4 Prozent) und
das ZDF (7,2 Prozent) erzielen zusammen einen Anteil von 29,6 Prozent. Die privaten Medienkonzerne Bertelsmann (12,4 Prozent), Axel Springer (8,5 Prozent) und ProSiebenSat.1 (7,8 Prozent) kommen zusammen auf 28,7 Prozent. Nennenswerte Anteile entfallen auch auf die Medienkonzerne Bauer (2,9 Prozent), Burda (2,8 Prozent) und Funke Medien (2,6 Prozent)." (Quelle: Medienkonvergenzmonitor der DLM, Ergebnisse 2. Halbjahr 2014, S. 21)

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