Donnerstag, 20. Dezember 2012

Wie China auch im Internet die Nummer 1 werden will

Quelle: Focus Online
Holger Schmidt (Netzökonomie-Blog, Focus) hat heute in Focus Online eine interessante Geschichte über Internet-Unternehmen aus China veröffentlicht. Darin ganz interessante Zahlen, z.B. dass Tencent (sowas wie das chinesische 1-und-1) mittlerweile 800 Mio. Nutzer hat, 7 Mrd USD Umsatz und 2 MRd USD Gewinn macht.

Renren, das selbsternannte chinesische Facebook, ist zwar mit 172 Mio. Nutzern Stand September 2012 noch weit hinter dem Netzwerk aus den USA, aber anders als z.B. bei der deutschen VZ-Gruppe wachsen die Chinesen.

Speziell im mobilen Web sehen die großen Internetfirmen aus China ihre Chance, den Unternehmen aus den USA die Butter vom Brot zu nehmen. So gewann der Anfang 2011 gestartete Kommunikationsdienst WeChat in den ersten 18 Monaten immerhin schon mal 200 Mio. Nutzer. Und das koreanische Pendant zu WhatsApp - KakaoTalk - hat auch schon 80 Mio. Nutzer gewinnen können.

Was passiert innerhalb einer Minute alles im Internet

Quelle:
de.statista.com/themen/42/internet/infografik/790/60-sekunden-im-internet/
Statista hat heute eine wirklich gut gemachte Infografik zum Thema "60 Sekunden im Internet" veröffentlicht. Die Grafik veranschaulicht, was man sonst in Lehrbüchern gebetmühlenartig aber doch meist vergebens argumentiert: Das Internet ist heute das Leitmedium der Gesellschaft - qualitativ und quantitativ.


Montag, 17. Dezember 2012

Die gute alte Internetzeit

Man mag es kaum glauben, aber mittlerweile gibt es sogar schon so etwas wie Internet-Nostalgie. Man erinnert sich daran, wie das Web war, bevor Facebook, Google und Co. da waren. Ein sehr schöner besinnlicher Bericht passend zur Vorweihnachtszeit hat dazu Anil Dash verfasst. Unter dem Titel The Web We Lost beschreibt er, was in den letzten Jahren verloren gegangen ist - auch unter dem Gesichtpunkt, dass die unter Zwanzigjährigen die gute alte Internetzeit gar nicht mehr kennen.

Lesenswert - wie meisten, wenn Dash in die Tasten greift.

Freitag, 14. Dezember 2012

So arbeitet Google. Und was man als Shopbetreiber von Google lernen kann.

Zwei Themen, die nicht viel miteinander zu tun haben, die ich aber beide heute morgen gelesen habe und dabei direkt zwei Mal grinsen musste.

Zum einen beschäftigt sich die österreichische Web Design Agentur mit dem Thema "distances and heroism in user interfaces". Sie zeigen im Google60 Search Mad Men Style, wie die Suchmaschine funktioniert und wie man sie optimal bedient - toll grafisch und technisch umgesetzt!

Zum anderen gibt es ein aktuelles Video von Google, dass man allen Verantwortlichen von Webshops zeigen sollte. Es überträgt die Logik von Webshops auf reale Läden und zeigt, wie skurril viele Dinge im Internet ablaufen. Lustig und gleichzeitig sehr gut auf den Punkt.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

E-Reader vs Tablets oder: Kindle vs iPad

Die auf Technologietrends spezialisierten Marktforscher von iSuppli berichten über rapide sinkende Absätze von E-Reader, die vor allem durch Amazons Kindle bekannt sind. Dementgegen legen die Verkaufszahlen von Tablets enorm zu. Während die Verkäufe von E-Readers in 2012 um 36% sinkt und weltweit noch knapp 15 Millionen Einheiten beträgt, werden in 2012 wohl rund 120 Millionen Tablets verkauft.

Als Gründe nennt iSuppli vor allem den Trend zum Universalwerkzeug - also eine Art digitales Schweizer Offiziermesser. Da man nicht kontinuierlich liest, sondern nur ab und an ein Häppchen, kann man dies bequem auf seinem Tablet machen. Klar, für dauerhaftes Lesen taugen die beleuchteten Bildschirm der Tablets nicht. Aber offensichtlich lesen die wenigsten Menschen dauerhaft. Bzw. wenn sie es tun, greifen sie vielleicht doch lieber zum - Achtung, böser Wort: GEDRUCKTEN Buch???

Eine ähnliche Entwicklung zum "One size fits all" zeigt sich bei Digitalkameras (braucht man nicht bei aktuellen Mobiltelefonen), Navigationsgeräten (braucht man nicht, wenn man ein Smartphone hat), MP3-Spielern (braucht man nicht), Diktiergeräten, Pager etc. pp.

Die Zahlen sprechen eine deutlich Sprache. Und diese macht m.E. auf gravierende Entwicklungen aufmerksam - das nämlich Spezialisierung zugunsten von Generalisierung heruntergefahren wird. Hängt man allerdings dem Gedanken an, dass sich die Leistungsfähigkeit moderner Gesellschaft eben durch Spezialisierung entwickelt hat - weil es spezialisierte Experten sind, die neue Technologien und Verfahren ausarbeiten - dann deutet dass in eine Richtung, die man auch als Abgesang auf den Vorsprung abendländischer Kulturen deuten kann.

Freitag, 7. Dezember 2012

Shitstorm ist das Wort des Jahres in der Schweiz

Wengleich die Schweiz als beschaulicher Fleck Erde gilt, der sich vor allem durch Diskretion  - also Schweigsamkeit - auszeichnet, ist man selbst hier mittlerweile eines Phänomens gewahr geworden, dass auch an der Hochschule immer öfters in Form von Bacherlor- und Masterarbeiten thematisiert wird: Die als Shitstorms bezeichneten Empörungswellen, die durch die Verfügbarkeit einfachster Self-Publishing-Tools, die Verbreitungskraft großer Netzwerke und die Sicherheit einer gewissen Anonymität in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat.

In der Schweiz wurde nun das Wort Shitstorm als Wort des Jahres 2012 gewählt. Eine sechsköpfige Jury unter Federführung von DRS 3 hat aus über 1000 Vorschlägen der Schweizer Bevölkerung das Wort des Jahres 2012 gekürt. Und diese heisst «Shitstorm». «Bio» ist das Unwort, «shaz» das Jugendwort und «Vada a bordo, cazzo» der Satz des Jahres.

Da ich weder jung, noch Schweizer bin, konnte ich mit den Begriffen schaz und Vada a bordo, cazzo nichts anfangen und freue mich über die Darstellugn im Tagesanzeiger, die erläutern:
"Das Jugendwort des Jahres «shaz» bedeutet nichts Anderes als «Schatz». (...)Der Satz des Jahres lautet «Vada a bordo, cazzo» (Gehen Sie verdammt nochmal zurück an Bord). So brüllte Gregorio De Falco von der Livorneser Hafenbehörde den Kapitän der havarierten «Costa Concordia» an. Der Satz spiegelt laut Jury «den Zeitgeist von heute: Die Chefs gehen, die Angestellten baden alles aus»."

Responsive Web Design im Überblick

Immer mehr Endgeräte, die auf Internetangebote zugreifen: Das führt dazu, dass die Gestaltung von Webseiten nicht mehr ohne weiteres auf feste Grundauflösungen aufgesetzt werden kann. Dynamische Seitenverhältnisse und absolute Größen führen dazu, das eine Webseite - soll sie auf verschiedenen PC-Typen, Smartphones, Smart-TVs, Tablets etc gut aussehen  - flexibel auf das jeweilige Anzeigegerät regaiert.

Während beim klassischen (statischen) Webdesign für verschiedene Nutzergruppen verschiedene Seiten gebaut und dann auch gepflegt werden, gilt bei Responsive Webdesign die Devise: der Inhalte ist nur einmal vorhanden und wird ausschließlich durch das Style Sheet flexibel ausgeben. Möglich machen das HTML5 und CSS3.

Eine schöne, leicht verständliche Übersicht über das Thema gibt es bei MonsterTemplate, wobei die statische Darstellung als Infografik etwas übersichtlicher ist.

Responsive Web Design

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Qualität vs Quantität im Onlinejournalismus

Eine gute Woche nach der Ankündigung, das erste reinrassige journalistische iPad-Magazin The Daily einzustellen, habe ich bei netzwertig heute einen schönen Artikel über The Magazine gelesen. Während das Gros der Konzepte für Online-Journalismus auf Menge setzt, geht The Magazine einen anderen Weg und veröffentlicht alle 14 Tage nur vier längere Artikel mit einem breiten Themenspektrum, dafür aber einer „engen“ Zielgruppe: The Magazine publishes about four medium-length articles every two weeks on a wide variety of subjects, generally for geeks and curious people.

Das Diktat der Masse hat sich im Online-Journalismus aus dem Umstand ergeben, dass die Finanzierung über Werbung Reichweite benötigt und Reichweite online nur erreicht werden kann, wenn man möglichst viele Inhalte anbietet, um seine Chancen, durch die Suchmaschine(n) gefunden werden dadurch signifikant erhöht. Klassische Beispiel sind etwa die Angebote von Spiegel Online oder aus dem Axel Springer Verlag.

Diese Strategie ist verständlich, wenn man Online-Journalismus als einen von mehreren Verwertungskanälen interpretiert.

Setzt man dagegen auf Online-Journalismus als einziges Verwertungsmodell und will dafür Vertriebserlöse erzielen, scheint der Ansatz von The Magazine besser zu punkten. Exklusiver Inhalte mit hoher Attraktivität für eine Zielgruppe untermauert den Anspruch, für das journalistische Produkt selbst Geld zu verlangen, während die Zweitverwertung von Nachrichten ohne Exklusivität wahrscheinlich nur kostenfrei angeboten werden kann.

Ob The Magazine im Markt für Online Journalismus reüssiert oder nicht, wird eine spannende Frage sein. Das im Oktober 2012 gestartete Projekt macht auf jeden Fall einige Dinge in meinem Verständnis richtig. Es setzt auf exklusiv erstellte Texte, die gerne gelesen werden (also quasi ein Pendant zu Printprodukten wie die Zeit, Neon oder auch Special Interest Magazinen). Und es nutzt konsequent die technischen Möglichkeiten: Neue Artikel sind sofort verfügbar und die Stärken des Zeitungskiosk werden ausgenutzt.