Donnerstag, 16. Januar 2014

Quizduell: Eine Idee alleine reicht nicht

Ich habe gerade einen für mich spannenden Artikel auf meedia gelesen über die App Quizduell und deren doch gehörigen Erfolg. Derzeit sind wohl allein sechs Millionen Nutzer in Deutschland registriert, wenn ich das richtig interpretiere.
Nostalgie: Alter Screenshot aus dem Sixbreak-Lastenheft

Ich zitiere aus dem Text von Meedia: "Die Idee des Spiels ist einfach wie süchtig machend: In kurzen Duellen kann jeder Nutzer mit einem beliebigen Kontrahenten sein Wissen vergleichen. Sechs Kategorie mit drei Fragen und je vier Antwortmöglichkeiten. Es kann jederzeit und an jedem Ort gespielt werden – und die Fragen werden auch von Spielern eingereicht und sind daher oft sehr aktuell."

Das ist in etwa dasselbe, was wir in unserem Business Plan für Sixbreak formuliert und dann auch technisch auf Basis von OpenSocial und der Integration in die Vz-Netzwerke (wer war das gleich?) entwickelt haben - also genauer: ich hab nur gezahlt, entwickelt haben andere :)

Sixbreak, das darf man heute so sagen, ist über die Projektphase nicht hinaufgekommen. Ich betreibe die Seite aus Nostalgie weiter - mittlerweile allerdings als Portierung in eine Standard-CMS - nichts mehr von der Originalprogrammierung und dem Quizduell-Modus dar, für das wir - weil technisch nicht so ohne ganz ohne HTML5 seinerzeit - eine Förderung beantragt hatten, die Investitionsbank Berlin-Brandenburg aber gleich abwinkte und das als zu sophisticated fand.

Für mich ist das ein weiterer Beweis für mein Startup-Mantra: Nicht eine Idee macht den Erfolg, sondern alleine die Umsetzung. Und da haben wir bei Sixbreak - teils aus Ressourcenmangel, teils aus mangelndem Commitment, teils aus fehlender Kompetenz - einfach zu viele Fehler gemacht.

Wir waren - auch das schon wieder einige Jährchen her - dabei, eine App zu entwickeln und haben das letztlich dann nicht mehr umgesetzt, weil keiner mehr an den Erfolg geglaubt hat. Tja, hätte man vielleicht noch einen oder zwei Schritte mehr gehen sollen. That's life.


Montag, 13. Januar 2014

Bezahlkultur im Netz: Stimmt die BITKOM-Studie?

Heute vermeldet der BITKOM, das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche, dass jeder vierte Internetnutzer in Deutschland für journalistische Inhalte bezahlt und dabei im Schnitt 13,60 pro Monat ausgibt.

Ergebnisse einer aktuellen BITKOM-Studie (Quelle)
Bemühen wir den Taschenrechner: In Deutschland waren 2013 54,2 Mio. Menschen regelmäßig im Internet aktiv (Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2013)

Wenn jeder Vierte für journalistische Inhalte zahlt, sind das 13,55 Mio. Nutzer, die digitale Vertriebserlöse für journalistische Inhalte generieren (Quelle: Taschenrechner).

Wenn 13,55 Mio. Menschen monatlich €13,60 für journalistische Inhalte ausgeben, entspricht das einem Umsatz von €184,28 Mio. im Monat bzw. €2,2 Milliarden im Jahr (Quelle: wiederum Taschenrechner).

Da es sich, wie der BITKOM explizit hinweist, um eine repräsentative Studie handelt, sollte dieser "Dreisatz" eigentlich stimmig sein. Da stellt sich mir die Frage: Bei wem landet dieser Umsatz eigentlich?

Die Werbung, die online in Deutschland geschaltet wird, bringt es lauf Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft auf etwas über eine Milliarde Euro (Quelle: ZAW). D.h also: die Vertriebserlöse im Internet sind für journalistische Inhalte doppelt so hoch wie der gesamte Onlinewerbemarkt (der ja vor allem außerhalb von journalistischem Content über Suchmaschinenmarketing seine Umsätze erlöst). Oder noch anders: Springer, Spiegel, Burda & Co. sind doppelt so erfolgreich wie Google - wozu brauchen wir dann eigentlich ein Leistungsschutzrecht?

Sollte man jetzt sagen: Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast? Eher nicht, aber es wäre schon sehr interessant zu wissen, wie das Zahlenmaterial erhoben wurde, damit Repräsentativität erreicht ist. Oder um mit §2 des Deutschen Pressekodex zu argumentieren: Auch eine Pressemitteilung sollte sorgfältig recherchiert sein.