Donnerstag, 19. Dezember 2013

758 Mio Fotos täglich neu im Internet

In vier sozialen Netzwerken werden täglich
über 750 Mio. Bilder hochgeladen und verteilt
Quelle: Business Insider
Auf den Top-4 Social Networks für das Teilen von Bildern - Facebook, Snapchat, Instagram und Flickr - werden täglich 758 Mio. neue Bilder hochgeladen und mit Freunden geteilt. Das berichtet die Marktforschungsabteilung des Business Insider für den Zeitraum August 2013.

Insbesondere das Wachstum von Snapchat ist beeindruckend: Lag die Zahl der bei Snapchat hochgeladenen Bilder im Oktober 2012 noch bei täglich um die 20 Mio. ist Snapchat jetzt auf Augenhöhe mit Facebook und verbreitet pro Tag rund 350 Mio. neue Bilder von Nutzern des Dienstes.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Lehrbuch Medienmanagement erscheint Januar 2014

Lehrbuch Medienmanagement
und öffentliche Komunikation erscheint im Verlag Springer VS
Der Einsatz von Medien in Unternehmensführung und Marketing ist Thema des Lehrbuchs Medienmanagement und öffentliche Kommunikation, das Ende Januar im Verlag Springer VS erscheint. Auf rund 400 Seiten gebe ich einen Einblick in die Anwendung von Medien und Kommunikation als Führungsinstrumente. Es geht also nicht um Medienökonomie (Wie funktionieren Medienmärkte) oder Medienwirtschaft (wie trifft man Entscheidungen in einem Medienunternehmen), sondern um Anwendung von Medien und Kommunikation in der Praxis von Unternehmen.

Der Verlag hat eine Vorankündigung zum Lehrbuch Medienmanagement und öffentliche Kommunikation auf seiner Webseite veröffentlicht. Das Lehrbuch wird zum Preis 34,99 angeboten und kann für Privatnutzer versandkostenfrei direkt beim Verlag bestellt werden. Die Listung bei Amazon erfolgt in den nächsten Tagen.

Neue Medien doppelt so groß wie die Verlage und Rundfunk

Betrachtet man die "neuen Medien" (also vor allem Internet-Services) und die "alten Medien" (Print, TV und Radio) in Form ihres Marktwerts, so gibt sich ein vielleicht nicht überraschendes, aber doch eindeutiges und klares Bild, wie die Marktforscher von Business Intelligence in ihrer Bestandsaufnahme für das Jahr 2013 zeigen.
Neue Medien vs alte Medien hinsichtlich Marktwert
(Quelle: Business Insider)


Der Börsenwert der "neuen Medien" wie Apple, Google, Amazon und Facebook liegt in Summe bei rund 1 Billion US-Dollar, während die Schwergewichte der "alten Medien", z.B. Disney, Comcast, Time Warne und CBS es zusammen mit 480 Milliarden US-Dollar noch nicht einmal auf die Hälfte bringen.

Der Markt, so wissen wir, ist ein Mechanismus, mit dem Preise ermittelt werden, die den tatsächlichen Wert eines Guts in den Augen der Gesellschaft bestimmen. Damit lässt sich die provokante Aussage ableiten (formal nicht ganz korrekt, journalistisch aber brauchbar): Der Gesellschaft sind Internetdienste doppelt so wichtig wie Fernsehsendungen und Zeitungen. Interessant, dass dennoch ein hoher Teil der Werbeausgaben der Industrie trotzdem in die klassischen Medien fließen.

Freitag, 1. November 2013

Die größten sozialen Netzwerke der Welt

Dass Facebook das größte soziale Netzwerk im Internet ist, ist hinlänglich bekannt. Und dass YouTube - wenn man YouTube überhaupt als soziales Netzwerk definierten - auch ziemlich groß ist, überrascht ebenfalls nicht. Was aber tut sich dahinter?

Die größen sozialen Netzwerke, Quelle: BI Intelligence
Von einer deutschen Perspektive wäre man geneigt zu sagen, da kommt nicht mehr viel, schließlich hat sich hierzulande gezeigt, dass regionale Alternativen zu Facebook nicht funktionieren und sich die Menschen lieber in einer globalen Community aufhalten. Das stimmt aber nicht pauschal. Das drittgrößte Netzwerk heißt nämlich QZone und vereint 712 Mio. aktive Nutzer - ist also zweimal so groß wie What's App und drei Mal so groß wie Twitter.

Apropos What's App: Drei der zehn größten sozialen Netzwerke im Internet sind Messenger-Dienste: Neben What's App (350 Mio. User) heißen die LINE (275 Mio. Nutzer) und WeChat (236 Mio.).

Spannendes gibt es auch zu LinkedIn. Der BI Intelligence Report schreibt, dass 25% aller LinkedIn-Nutzer aus Indien stammen und damit mehr Inder als US-Amerikaner auf dieser Plattform aktiv sind. Und als einziges großes soziales Netzwerk, das in China nicht offiziell gesperrt ist, hat LinkedIn in China 20 Mio. aktive Nutzer.

Viele weitere spannende Fakten sind im BI Intelligence Social Media Report 2013 enthalten.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Samsung überholt Apple auch bei Marken Sympathie

Ende Oktober wurde die ACTA 2013 vorgestellt. Ausgewählte Ergebnisse wurden bei der Präsentation separat vorgestellt. Neben den üblichen Erkenntnissen - vielleicht ist doch jemand mal irgendwann bereit irgendwas für Inhalte im Internet zu zahlen, Tablets boomen, Smartphones auch ... - fand ich insbesondere eine Slide interessant:
Markensympathie: Apple und Samsung, Quelle: IfD Allensbach
Das deckt sich mit meinen punktuellen Erfahrungen mit jungen Erwachsenen an der Hochschule. Die finden Apple richtig uncool, weil das das "Papa-Handy" ist - so wie man früher als Jugendlicher Mercedes uncool fand, weil der langweilige Banker von nebenan so ein Auto fuhr. Samsung ist derzeit das Google in Sachen in Hardware: auf allen relevanten Positionen sehr gut vertreten und wahrscheinlich für die nächsten zehn Jahre der Dominator der von ihnen bearbeiteten Märkte.

Freitag, 25. Oktober 2013

Tipps für Storytellers: Texte verbessern

Sara Dickinson lehrt am Poynter Institute, eine der führenden Hochschulen für Journalisten und Führungskräfte der Verlagsbranche. Auf Basis der Arbeiten von Roy Peter Clark hat sie die nachfolgende Grafik zusammengestellt mit praktischen Tipps für Geschichten, die gelesen werden.

Interessant ist vor allem der Punkt, den Unterschied zwischen Storytelling und News Reporting klar zu benennen. Kommunikationsprofis und Medienmanager müssen in der Lage sein, verschiedene Stile zu beherrschen. Im faktenorientierten Nachrichtenstil, der sehr dem wissenschaftlichen Arbeiten ähnelt, fühlen sich viele zu Hause. Man sollte aber ebenso in der Lage sein, einen anderen Modus zu wählen.

Während es beim Nachrichtenstil darum geht, Informationen bereitzustellen, basiert Storytelling darauf, den Leser mitzunehmen: "The report points us there. The story puts us there".

Storytelling im Überblick (Quelle: Poynter)

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Masterstudium Media Management and Public Communication

6 Trimester für ein Halleluja: Gestern kam die Vorabinformation, dass der neu eingerichtete Masterstudiengang Media Management and Public Communication akkreditiert ist und zu einem staatlich anerkannten Master-Abschluss als Medienmanager führt.

Die Einrichtung dieses komplett neuen Studienprogramms war eine der Hauptätigkeiten während meiner Zeit in Calw. Zusammen mit einem grandiosen Kollegenteam haben wir so im Frühjahr ein Curriculum zusammengestellt, dass es in dieser praxisorientierten und auf Führungsaufgaben ausgerichteten Form m.E. nicht gibt.

Ab Januar 2014 wird das neue Masterprogramm an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw erstmals angeboten. Damit man sich einen ersten Eindruck darüber verschaffen, wie der Master Media Management and Public Communication inhaltlich augebaut ist, anbei eine international verwendbare Kurzbeschreibung für den Masterstudiengang:



Master of Arts (MA) in Media Management and Public Communication
Graduate fulltime program in 6 Trimesters (2 years), achieving 120 ECTS.
Lectures, tutorials and project work characterise the course of studies in Media Management and Public Communication at University of Applied Sciences for Economics and Media in Calw (Germany, Northern Black Forest, near Stuttgart).

Objective and central idea
Media Management and Public Communication combines different fields of communication studies like business communication, cross-cultural communication, communication design, mass communication, project communication, media ecology, and journalism.
In today's global media landscape, technologies and markets are evolving at lightning speed. In this environment of opportunity and change, business knowledge and broad management skills are critical to career success.
This unique Master's program is designed for students acquiring broad-based media and leadership competencies. The course places emphasis on project-related work, the presentation of independently developed results, and the ability to work in teams. It prepares students for careers in the communications and media industries as well as in general management, project management and marketing management of all kinds of organizations.
The curriculum combines a strong foundation in managerial skills with communication practice and critical analysis of media products. It is designed to encourage innovative thinking and entrepreneurship.

Curriculum Overview
1st Trimester (month 1-4)
1.       Introductory course Media Management and Public communication
a.       Media Management
Grounding of the fundamental assumptions and theories according to business communication (i.e. advertising, public relations, customer relationship and societal relations) and internal communications (i.e. communication that stabilizes organizational structure, enables collaboration, forms business processes, and facilitates adaptiveness to the organization’s environment)
b.      Public Communication
Grounding of the fundamental assumptions and theories according to mass communication e.g. agenda setting, spiral of silence, media ecology, public opionion, cognitive dissonance etc.
c.       Academic Newsroom
In this tutorial students read, analyze, and discuss contributions from the international discourse of media management and public communication. They publish their results as abstracts for the university blog.
2.       Enterprise Lifecycle Pt. 1
a.       The first part of the case study deals with founding of a startup business. Students learn how to write a business plan for startup funding, know the essentials of creating organizational structure and acquire first customers
b.      A tutorial deepens the special aspect of value added taxation for media products
3.       Media Exercise I
a.       Writing Lab
Skill course to train the students in writing techniques especially for business purposes (agenda, reports,proposals) and academic papers
b.      University Blog I
Students are in charge of writing posts for the university blog. They learn how to optimize a text for search engines (tagging, key word analysis etc.) and viral distribution in social networks and how to analyze and assess the quality of blog post
c.       Corporate Design
This seminar gives an introduction in the concept of corporate design. Students will apply basic insights of logo design and style guide and learn how to build up a CD manual
d.      Speakers’ Corner I
In this tutorial students learn to ad-lib and to deliver a speech to different kinds of audiences.
2nd Trimester (month 5-8)
1.       Project Management
a.       Terminology and Guidelines for Project Management
The introductory course gives an overview of international standards in project management like PMBOK/PMI, PRINCE2 and CCPM and trains some basic methods like work breakdown structure, gantt charts and PERT.
b.      Project Communications
Project failures most likely base on deficient communications. The project communications seminar introduces some tools for effective and successful communication in project teams including stakeholder analysis, logical framework approach, and design structure matrix
2.       Enterprise Lifecycle Pt. 2
a.       The second part of the case study shows how to manage a business and adapt strategy to market needs. Students learn how to execute change management programs.
b.      A tutorial deepens the special aspect of preparing financial reports for valuation and rating.
3.       International Competencies I
a.       Business English
Exercises relating to accounting, sales and marketing, and project management.
b.      Academic Newsroom II
In this tutorial students read, analyze, and discuss contributions from the international discourse of media management and public communication. They publish their results as abstracts for the university blog.
c.       Cross Cultural Communication
The Cross Cultural tutorial looks at how people from differing cultural backgrounds communicate, in similar and different ways among themselves, and how they endeavour to communicate across cultures.
4.       Media Exercise II
a.       Corporate Video I
Students realize a corporate video. In the first part of the seminar students develop the basic idea, write the script and visualize a storyboard. The results of the pre-production have to present to the customer for approval. The budget has to be agreed and the project team assign the production tasks.
b.      University Blog II
Students are in charge of writing posts for the university blog. They learn how to optimize a text for search engines (tagging, key word analysis etc.) and viral distribution in social networks and how to analyze and assess the quality of blog post
c.       Photography Seminar
Students learn basic photography composition rules, how to produce a commercial photo shoot, how to snap shot images for the web, and how to apply photo editing software.
d.      Business Networking
The tutorial shows how to build new business relationships and generate business opportunities by using face-to-face networks as well as software-based network and career services.
3rd Trimester (month 9-12)
1.       Enterprise Lifecycle Pt. 3
a.       The third part of the enterprise lifecycle case study deals with mergers & acquisitions, friendly of hostile take over, crisis communication, and liquidation.
2.       Media Exercise III
a.       Corporate Video II
Video production, including location filming with a camera crew and director. This may also include other elements, such as actors and presenters. Post-production and video editing - the filmed (live action) footage is edited together. This may also include recording an audio voice-over, adding graphics, composing a music score or soundtrack, and including animation sequences with the finished video.
b.      University Blog III
Students are in charge of writing posts for the university blog. They learn how to optimize a text for search engines (tagging, key word analysis etc.) and viral distribution in social networks and how to analyze and assess the quality of blog post
c.       Negotiation
“Negotiating is a pervasive process in which people ultimately attempt to reach joint decision on matters of common concern in situations in which there is initial disagreement” (Herb Cohen). Students learn negotiation strategies (like Getting to Yes), negotiation tactics (e.g. brinkmanship, highball, snow job, good guy/bay guy), and negotiation styles (competing, compromising, collaborating etc.)
3.       International Competencies II
a.       Business English II
Exercises relating to human relations, international marketing, and cross cultural communication
e.      Speakers’ Corner II
In this tutorial students learn to ad-lib and to deliver a speech to different kinds of audiences.
b.      Academic Newsroom III
In this tutorial students read, analyze, and discuss contributions from the international discourse of media management and public communication. They publish their results as abstracts for the university blog.
4.       Marketing Management
a.       Marketing Strategy
Students get insight of the core elements of marketing strategy: market research, competitive forces, consumer behaviour, market segmentation, targeting, and positioning
b.      Marketing Plan
On base of the 4 P’s of marketing students work out a marketing plan for a tangible challenge. They define processes to achieve objectives and make a budget and calculate the ROI of marketing plan.
4th Trimester (month 13-16)
1.       Custom Media Project
a.       Conception of a cross media custom magazine
Based on a market analysis, students develop a concept paper for producing custom media for different channels.
b.      Editing of a cross media custom magazine
After client’s approval the project team start to produce content. They students research facts and figures, write copy, and create headlines. They take care for illustrations, infographics, and photos and they shoot video clips and record sound files.
c.       Layouting of a cross media custom magazine
In the last step the produced material is published for the different channels like print magazine, blog, social media and so on.
2.       International Competencies III
a.       Business English III
Exercises relating to negotiation, symposium, and controlling
b.      Second Language (Spain, French, or Italian)
Exercises relating to management in marketing, finance, and sales
c.       Intercultural Management
In the intercultural seminar students learn how to deal with globalization and diversity management in multinational enterprises. They investigate cultural patterns of countries from around the world and get insights in business etiquette of different nations.
3.       Media Exercise IV
a.       Content Management and Information Retrieval
Information retrieval is the activity of obtaining information resources relevant to an information need from a collection of information resources. Students have a look on both sides of information available on the internet: They learn how publishers can increase visibility of content and how researchers can find and evaluate relevant information.
b.      Web 2.0 and Social Media
Web 2.0 is a term that describes the technology push that allows users to collaborate and to self-publish. Due to this new opportunities given to the users within a couple of years the internet develops from a huge information stock to an interactive communication tool with user generated content (wiki, youtube, Yelp), social networks (Facebook, LinkedIn, Four Square), and blogging (Twitter, Tumblr, blogger, wordpress) becoming the leading sites.
c.       University Blog IV
Students are in charge of writing posts for the university blog. They learn how to optimize a text for search engines (tagging, key word analysis etc.) and viral distribution in social networks and how to analyze and assess the quality of blog post
5th Trimester (month 17-20)
1.       Communication campaign
a.       Creative Parts of a Campaign
What mission do the campaign aim for? Students analyze the product or theme of the campaign and discuss aspects like lifecycle, USP, customers, competitors etc. regarding to the client’s briefing. After that students define a SMART campaign objective. In a second step they develop the message within the framework that is given by corporate design and brand. Students form a claim, write the copy, and produce the creatives.
b.      Business Parts of a Campaign
The amount of money determines which channels can be used for the campaign. Media planning includes frequency and reach which are input for ex post measurement.
2.       General Management Skills
a.       Leadership
In this course students learn essentials according transactional and transformational leadership. They get to know different leadership styles and are able to differ tools for formal and informal leadership.
b.      Innovation management
Students learn central concepts of innovation (diffusion of innovation, blue ocean strategy etc.) and how to manage processes in innovation. They apply common tools like brainstorming, prototyping, portfolio managements, and design thinking.
c.       Human Resource Management
HR is first charged with attracting the right employees through employer branding. It then must select the right employees through the recruitment process. HR then onboards new hires and oversees their training and development during their tenure with the organization. HR assesses talent through use of performance appraisals and then rewards them accordingly.
d.      Media Law
Media law covers an area of law which involves media, and stretches over various legal fields e.g. copyright and intellectual properties, privacy, censorship, freedom of information, and regulation. Students analyze and discuss current court decisions.
3.       Media Exercise V
a.       Infographic and Visualization
Infographics are graphic visual representations of information, data or knowledge intended to present complex information quickly and clearly. Students learn how to design infographics and other form of visualization of information, not only for applying this knowledge in the master’s thesis.
b.      University Blog V
Students are in charge of writing posts for the university blog. They learn how to optimize a text for search engines (tagging, key word analysis etc.) and viral distribution in social networks and how to analyze and assess the quality of blog post
c.       Video CV
In preparation of application for employment senior students produce a video resume. They learn aspects of ego marketing, storytelling, low budget video production, and how to act in front of a camera.
d.      Communication Skills
In the last practice students improve their communication skills for oral and written communication. They learn to tell about their master’s thesis in an elevator pitch, get training for successful telephone calls, and learn active listening.
6th Trimester (month 21-24)
1.       Master’s Thesis
2.       Viva voce 


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Payment: Telkos die neuen Banken?

Wie bezahlen Kunden in Zukunft? Die Antwort ist einfach: das weiß niemand, so ist das nun mal mit Fragen über die Zukunft. Was aber definitiv ein guter Ansatz ist, sich aus strategischer Sicht dem Thema zu nähern, ist die untenstehende Infografik, die einen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Girokonten weltweit und Mobilfunkverträgen zieht.

Die einfache Aussage: Es gibt ungefähr doppelt soviel Mobilfunkverträge wie Girokonten. Warum sollte man dann nicht einfach mit dem Guthaben seiner Prepaid-Karte bezahlen bzw. wenn man einen klassischen Vertrag hat: Kosten, die z.B. im Restaurant oder im Supermarkt entstehen einfach auf der nächsten Telefonrechnung abrechnen lassen. Wer braucht in solch einem Szenario noch Kreditkarten, die quasi nichts anderes machen?

Die implizite Unterstellung untenstehender Grafik: die Telkos haben wenigstens theoretisch das Zeug, die leistungsfähigsten Zahlungsanbieter zu werden. Natürlich ist dafür sicherlich noch einiges an Herausforderungen zu bewältigen. Bevor man über alternative Zahlungsverfahren nachdenkt, die sich z.B. eine einzelne Handelsorganisation ausdenkt oder die fest an eine speziellen Geräteklasse gekoppelt ist oder die ausschließlich mit einem Belastungskonto verbunden funktioniert, lohnt es, durchzuspielen, ob Vodafone & Co. vielleicht um 2020 Unternehmen wie die Commerzbank übernehmen - nur um sich ein bisschen zusätzliches Kno-how einzukaufen.

 Direct Carrier Billing [Infographic]

Montag, 14. Oktober 2013

Digitalisierung: Was erwartet uns 2020?

Technologie-Zyklen prägen die wirtschaftliche Entwicklung. Man kann Technologiezyklen über verschiedene Zeiträume entwickeln. In der Digitalisierung der Medien setzt man retrospektiv üblicherweise auf Jahrzehnte als Betrachtungszeitraum.

Microsoft dominierte die 1990er Jahre mit Software, die die Büros digitalisierte. Das erste Jahrzehnt im 21. Jahrhundert wird durch die Verbreitung von Internet-Technologie geprägt (hier gemeint als Einrichtung und Ausbau der Netzwerke durch Player wie Cisco, Nokia, Comcast etc.). Derzeit dominiert der mit Apple verbundene Ansatz der Endgeräte als Treiber für die Entwicklung.

Was kommt als nächstes, fragt Greg Satell von der Digital Toronto in seinem lesenswerten Artikel What can we expect from the next decade of technology? Man vermutet: Das Internet der Dinge, die komplette Vernetzung aller Lebensbereiche durch Sensorik. „Technology will cease to be something we turn on and off, but will become an inextricable part of not only our environment, but ourselves“.

Was vielleicht ab 2020 zu einem Massenphänomen werden wird, ist natürlich heute schon in Ansätzen und Technologien verfügbar. Es sind letztlich vier Gesetze der Digitalisierung, die aus dieser Saat ein Massenphänomen machen werden:


  • Moore’s Law: Die Leistungsfähigkeit von Computerchips verdoppelt sich etwa alle 18 Monate. Dadurch wird Rechenleistung billiger und ebnet komplexen Anwendungen den Zugang zum Massenmarkt.
  • Kryder’s Law: Die Kapazität von Speichermedien verdoppelt sich alle zwölf Monate. Damit wird die Größe von Daten zunehmend unwichtig und die Kosten für das Vorhalten großer Datenmengen verlieren an Bedeutung.
  • Nielsen’s Law: Die Bandbreiten in den Netzwerken verdoppeln sich alle 21 Monate. Damit wird mehr und schnellerer Datenverkehr möglich.
  • Caveman Law: Michio Kaku stellate fest: Immer wenn es einen Konflikt zwischen moderner Technologie und grundlegenden Bedürfnissen, wie sie schon die Höhlenbewohner hatten, gibt, dann gewinnen die primitiven Bedürfnisse. Das schließt Satell: „Our devices will become not only vastly more powerful, but also more natural and eventually disappear altogether. Effective computing will become less dependent on expertise and more a function of desire“.

Greg Satell führt die Überlegungen weiter und skizziert die Umrisse eines neuen Paradigmas der Digitalisierung. Am Beispiel des 3D-Drucks zeigt er auf, dass der Informationsgehalt von Produkten (die Konstruktion des Artefakts) viel wesentlicher ist als der phyische Körper des Produkts. Das, was man als Open Source Software kennt, wird im Umfeld von Produkten zu Open Hardware führen. Nicht mehr die kapitalintensiven Produktionsstätten entscheiden über den Erfolg von Ideen, sondern Ideen können einfach und kostengünstig per additivem Druckverfahren quasi überall hergestellt oder zumindest als Prototyp umgesetzt werden.

Die Technologiemärkte der letzten zwanzig Jahre wurden von Tekkies und Startups dominiert. Man entwickelte etwas in der Garage und konnte damit die Welt erobern. Satell glaubt, dass diese Zeit vorüber ist: „That’s changing as devices and applications are becoming secondary to platforms“.

Satells geht vielmehr davon aus, dass sich die Technologiemärkte in Zukunft stärker an der Pharmabranche orientieren werden. Milliardenschwere und langfristige Entwicklungen werden nötig, um neue Impulse und disruptive Veränderungen auszulösen. 

Genauso wichtig wie das aktuelle Produkt-Portfolio werde die Produkt-Pipeline, die Auskunft darüber gibt, ob Technologieunternehmen Potenzial haben. „Whereas previous tech waves transformed business and communication, the next phase will be marked by technology so pervasive and important, we’ll scarcely know it’s there“.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Medienmanagement, ein Lehrbuch

Medienmanagement, ein Lehrbuch. Das war das Ergebnis eines Gesprächs im Juli 2012 mit dem Springer VS Verlag. Man wollte ein Lehrbuch zum Thema Medienmanagement und ich brauchte ebenfalls eines, denn ich wollte eine fundierte Basis, auf der ich meine Lehrtätigkeit als Professor für Medienmanagement aufbauen kann.

Jetzt, 15 Monate später, ist das Manuskript fertiggestellt. Die Statistikfunktion der Textverarbeitung bringt das Ergebnis quantitativ auf den Punkt:
  • 358 Seiten
  • 138.528 Wörter
  • 923.284 Zeichen ohne Leerzeichen
  • 4.239 Absätze
  • 1.231 Stichwörter im Index
  • 92 Abbildungen
  • 16 Tabellen

Wie viel Kaffee für die Erstellung benötigt wurde, hat die Textverarbeitung allerdings nicht festgehalten.

Inhaltlich habe ich das Medienmanagement-Lehrbuch in drei große Teile gegliedert. Es geht zunächst um Medienmanagement als Instrument im Marketing-Mix, was man auch unter dem Begriff der externen Unternehmenskommunikation verhandelt. Medienmanagement in diesem Zusammenhang heißt: Einsatz von Medien, um Markt und Öffentlichkeit zu beeinflussen und damit im Ergebnis Vorteile im Wettbewerb zu erzielen und besser zu verkaufen.

Hier baue ich auf dem Modell strategischer Unternehmenskommunikation auf, das für das Marketing-Instrument Kommunikation vier Handlungsfelder beschreibt: Werbung, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, Direktansprache, um Kundenbeziehungen zu festigen, Public Relations, um Einverständnis für die unternehmerische Leistungserbringung zu erreichen, und Societal Relations, um Unterstützung relevanter gesellschaftlicher Gruppen sicherzustellen.

Im zweiten Teil wird Medienmanagement als Führungsaufgabe im Unternehmen beschrieben. Führungskräfte in Unternehmen aller Branchen müssen tagtäglich Medien einsetzen, um Resultate zu erzielen. Kommunikation ist  das wichtigste und wirksamste Instrument, das ein Manager einsetzen kann, um im Unternehmen zusammen mit den Mitarbeitern den Einsatz von Ressourcen so umzusetzen, dass das Unternehmen dauerhaft profitabel arbeitet.

Für die Nutzung von Medienmanagement als Führungsaufgabe entwerfe ich ein Modell der internen Unternehmenskommunikation, das sich in vier verschiedenen Dimensionen mit jeweils drei unterschiedlichen Ebenen gliedert: Die Aufgaben von Medienmanagement sind Delegation in Bezug auf Hierarchie, Adaption in Bezug auf Kooperation, Redundanz in Bezug auf Umweltstabilität und Emergenz in Bezug auf Umweltflexibilität. Die Ausgestaltung erfolgt dabei entweder auf Ebene der Interaktion als formelle Kommunikation, auf Ebene der Organisation als formalisierte Kommunikation oder auf Ebene der Funktion als formale Kommunikation. In der so entstehenden Zwölf-Felder-Matrix werden jeweils typisch einzelne Kommunikationsinstrumente vorgestellt, z.B. Meetings, Projektkommunikation, Verhandlungsführung, Corporate Identity und Design Thinking.

Der dritte Teil des Medienmanagement-Lehrbuchs schließlich beschäftigt sich mit dem Spielfeld, auf dem der Medienmanager tätig ist: der Öffentlichkeit. Hier wird zunächst skizziert, was Kommunikation ist und wie Medien Kommunikation unterstützen. Dann geht es um klassische Arbeitsfelder der Medien- und Kommunikationswissenschaft: Wirkungstheorien, Thematisierung, Nachrichtenfaktoren, das Berufsfeld des Journalismus und schließlich auch um Fragen, welchen Einfluss Medien auf Macht, unseren Begriff von Realität und als ökologische Umweltbedingung der Menschheit haben.

Derzeit lektoriert Springer VS das Manuskript für die Veröffentlichung im ersten Quartal 2014. Bis dahin werde ich die Zeit nutzen und einige Aspekte aus dem Lehrbuch Medienmanagement aufgreifen und herausgelöst hier im DocBlock vorstellen und erörtern.





Apropos: Das Lehrbuch Medienmanagement wird offiziell folgenden Titel tragen: Medienmanagement und öffentliche Kommunikation. Der Einsatz von Medien in Unternehmensführung und Marketing.

Montag, 7. Oktober 2013

Nachrichten-Apps: Flop mit Ansage

BILD und Welt für iPad – eine Erfolgsstory? Wenn man Springer-Manager hört, wohl schon. Doch man kann berechtigte Zweifel haben, inwieweit Nachrichten sich für die redaktionelle Zusammenstellung unter einer Verlagsmarke eignen.

Solche Zweifel gut begründet hat jetzt Jon Lund in einem Beitrag auf GigaOM. Unter Bezugnahme auf aktuelle Daten der Marktforschung geht man für den US-Markt davon aus, dass im Durchschnitt 41 Apps pro Gerät installiert sind, aber nur 8 davon täglich genutzt werden. Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Nachrichten-App zu dieser Riege der Power-Apps schafft? Wahrscheinlich gering, denn Nachrichten kommen ohnehin über Facebook, Tumblr, YouTube, Twitter und ähnliche aufs Gerät. Eine eigenständige Nachrichten-App, die regelmäßig genutzt würde, müsste also schon mit jeder Menge zielgruppennahen exklusiven Informationen punkten.

Aktuelle Zahlen untermauern diese Einschätzung. Obwohl mittlerweile mehr Tablets verkauft werden als Laptops, schafft es kaum eine renommierte Medienmarkt zu einer Erfolgsstory. Apple allein verkauft pro Quartal 15-20 Mio. iPads. Es gibt also sehr viele „Akzeptanzstellen“ draußen in der Welt. Bei den meisten Medienmarken liefert die digitale Ausgabe allerdings nur einen einstelligen Prozentanteil an der gesamten Verbreitung.

Die App-Nutzer sind zudem oft keine digitalen Neukunden, sondern kommen von der alten Printwelt und wechseln jetzt – meist zu günstigeren Konditionen – die Darreichungsform. Echte neue Leser – also vor allem die jüngeren, die Zeitungen nur noch von ihren Großeltern kennen – werden über die Apps nicht gewonnen. Und im Vergleich zu den Lesern im „freien“ Web, sind die App-Verkäufe äußerst sparsam. Dazu bringt Jon Lund ein schönes Beispiel: „Wired, for instance, launched its tablet edition in May 2010. The total number of paid subscriptions reached 850,000 by the end of 2012 — but only 102,000 of those are coming from digital. Both numbers fade against the number of monthly unique users to Wired’s website: nearly 20 million”.

In diesem Kontext weise ich auch auf meinen Beitrag zu den App Times im Mobile Publishing hin, wo ich zu ähnlichen Aussagen gekommen bin. Der Wert von Nachrichten sinkt mit ihrer Verfügbarkeit. Je geringer der Wert von Nachrichten, desto geringer die Zahlungsbereitschaft. Der Weg der Nachrichtenbranche kann also ausschließlich in Richtung Reichweitenvermarktung gehen. Adieu Vertriebserlöse...

Freitag, 20. September 2013

Tumblr für Social Media Marketing und SEO

Ein guter Ratgeber zum Nutzen von der Microblogging Seite Tumblr für den Einsatz im Social Media Marketing und der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist der Beitrag von Takeshi Young im The Moz Blog:

Young, Takeshi (2013): How to Use Tumblr for SEO and Social Media Marketing, in: The Moz Blog (http://moz.com/blog/how-to-use-tumblr-for-seo-and-social-media-marketing).

tumblr für Social Media Marketing und SEO
Wichtige Kernfakten rund um Tumblr, das 2013 von Yahoo für rund eine Milliarde Dollar gekauft wurde:

  • Tumblr wurde 2007 in New York gegründet
  • Tumblr ist eine Kombination aus einem Blog wie Wordpress und einem sozialen Netzwerk wie Facebook
  • Die Blogs auf Tumblr werden tumblrogs genannt
  • Stand August 2013 werden auf Tumblr 130.500.000 Blogs betrieben. Damit ist Tumblr die weltgrößte Blog-Plattform im Internet
  • Laut Marktforschungsinstitut Comscore ist Tumblr Nummer 28 der am meisten besuchten Webseiten
  • 50% der Nutzer von Tumblr sind unter 25
  • 53,5% der Nutzer von Tumblr sind Nutzerinnen
Was Tumblr speziell für SEO-Aktivitäten so interessant macht, ist der Umstand, das gesetzte Links auf Tumblr in der Regel dofollow sind, also von Google für die Bewertung der Seitenreputation genutzt werden. Das gilt auch dann, wenn andere tumblrogs den eigenen Blog rebloggen, so dass man Tumblr sehr gut nutzen kann, um schnell Seitenreputation aufzubauen.

Für Social Media Marketing eignet sich Tumblr insbesondere aus dem Grund, das man schnell und unkompliziert Themen auf ihre Viralität testen kann. Das liegt an dem Aufbau von Tumblr, dass Inhalte anders als Facebook nicht hinsichtlich ihrer Attraktivität einblendet, sondern wie bei Twitter alles gleich gewichtet und in chronologischer Folge darstellt. So kann man unkompliziert Tumblr als Labor für die Effektivität von Memes und Inhalten nutzen.

Ein weiterer wichtiger Grund, warum man Tumblr aktiv ins Instrumentarium des Social Media Werkzeugkastens aufnehmen sollte, ist der hohe Ease of use. Man kann schnell und unkompliziert Microsites mit eigener URL aufsetzen und für unterschiedliche Aktivitäten nutzen.

Der oben empfohlene Artikel von Takeshi Young ist auf jeden Fall ein guter Einstieg, um sich mit den Vorteilen von Tumblr schnell vertraut zu machen. Mich haben sie überzeugt, schnell einen tumblrogs aufzusetzen: docbecker.tumblr.com – noch ohne Inhalt, dafür nach einer Minute schon fertig!